Neuling sucht für Staxrip die perfekten x264-Einstellungen

  • Hallo,


    ich bin noch relativ neu auf dem Gebiet des Encodierens. Ich habe mich in den letzten Wochen zwar intensiv mit dem Thema beschäftigt und habe schon gute Fortschritte mit Staxrip gemacht, allerdings nur im Bereich Xvid.
    Als nächstes möchte ich allerdings ein größeres Projekt angehen. Da ich kaum noch DVD schaue sondern mittlerweile alles vom NAS direkt auf den Fernseher streame, möchte ich auch meine komplette Simpsons-Sammlung (13 Staffeln auf DVD) encodieren. Eigentlich gibt es nur eines was mir wichtig ist:

    • bestmögliche Qualität (Speicherplatz spielt keine Rolle)

    Natürlich könnte ich einfach eine 1:1 Kopie der DVDs erstellen oder die .vob-Dateien auf das NAS legen, aber lieber wären mir eigentlich schöne Matroska-Files.


    Deshalb suche ich für Staxrip die perfekten Einstellungen um mein Ergebnis zu erreichen.


    Mit den Presets habe ich schon rumgespielt. Das entspricht aber nicht meinen Vorstellungen.


    Habt ihr Tips?


    Besten Dank

  • Eigentlich gibt es nur eines was mir wichtig ist:

    • bestmögliche Qualität (Speicherplatz spielt keine Rolle)


    Na, wenn das so ist, dann ist's einfach:


    x264 --qp 0 -o "outfile.mkv" sourcefile


    Das liefert eindeutig und unbestritten die beste mögliche Qualität.


    Wirklich ganz sicher, dass "Speicherplatz keine Rolle spielt" ? :D

  • Ja, spielt keine Rolle, aber ich wollte ja wissen, was ihr empfehlt :) Ich möchte ja nicht nur dieses Projekt sinnvoll umsetzen, sondern auch die Hintergründe usw. erfahren :)


    Also ich habe jetzt ein wenig rumgespielt und ein X264 2pass mit "very slow" eingestellt. Auf den Output warte ich noch.


    Wäre aber wie gesagt in der Zwischenzeit dankbar für eure Tipps. Gerne auch Tutorials. Ich finde zu Staxrip halt leider nur gute Xvid Tutotials, aber keine x264.


    Danke

  • Hi, hast du da einen Tipp wie man da genau vorgehen muss?


    Mir ist allerdings etwas seltsames aufgefallen: Vorhin habe ich die vob-Datei direkt am Fernseher abgespielt und das Ergebnis hat mich ein wenig enttäuscht. Die Qualität empfand ich subjektiv als schlechter als bei meinen Xvid-Versuchen. Kann das sein? Vor allem komische Kameffekte sind mir bei der vob-Datei aufgefallen. Aber das ist doch eigentlich unmöglich da es sich ja eigentlich nur um ein 1:1 Abbild der DVD handelt, oder?

  • Also Video und Audio kannst du mit DGIndex (liegt im Staxrip/Applications Verzeichnis) demuxen.
    Einfach alle VOBs mit DGIndex öffen und dann "Save Project und Demux Video" klicken. Im Menu Audio muss "Demux all Tacks" an sein.
    Die entstandenen .m2v und .ac3 dann mit MKVtoolnix (liegt auch im Staxrip/Applications Verzeichnis, mmg.exe) dann zu einer mkv muxen.

  • Aber das ist doch eigentlich unmöglich da es sich ja eigentlich nur um ein 1:1 Abbild der DVD handelt, oder?


    Mit Simpsons speziell Anime hast du dir gleich was richtig Schwieriges ausgesucht.


    Um dir zu verklickern warum, muss man recht weit in der Vergangenheit anfangen, nämlich als Fernsehen entwickelt wurde.


    Man wollte damals, dass man im Fernsehen pro Sekunde 50 Bilder darstellen kann, weil dies eine natürliche Bewegungsabbildung erzielen würde.
    Allerdings gab es ein Problem. Die Technik die man verwenden wollte zur Übertragung schaffte nur 25 Bilder.
    Darum entschied man sich, die Zeilenhöhe (heute horizontale Auflösng) zu halbieren und jeweils zwei dieser Halbbilder in einem Bild zu übertragen. Verwendet wurde dafür das Zeilensprungverfahren bei dem ein Bild jeweils in den ungeraden Zeilennummern liegt, und das nächste in den geraden Zeilennummern.
    Da die beiden Bilder ja zeitlich nicht exakt den gleichen Augenblick abbilden sieht man deshalb diese Kämme, wenn man nichts dagegen unternimmt. An einem Röhrenfernseher sieht man sie nicht, weil dieser noch exakt auf diese urtümliche Technik abgestimmt ist.


    Das nächste was man wissen muss, ist, dass die TV-Normen in den USA und in Europa sich (unter anderem) in der Bildfrequenz unterscheiden. Wir haben hier PAL mit 50hbps (Halbbilder pro Sekunde), die NTSC-Staaten haben 59.94hbps. Das liegt daran, dass ein Quartz Zeitgeber recht teuer gewesen wäre im Fernseher damals, und deshalb nahm man einfach die Wechselfrequenz des Stromnetzes, diese ist in Europa eben 50hz (hz=Schwingungen pro Sekunde) und in den USA 60. (genau 60fps ging wegen irgendeinem anderen technischen Problem nicht)


    Jetzt werden die Simpsons ja für die USA produziert, also mit 59.94hbps. Das wären viele, viele Bilder die man da malen müsste (die ersten Staffeln sind ja noch handgemalt), also nimmt man ein paar weniger. z.B. 15. Da 15 weniger als 29.97 sind kann man an dieser Stelle auch von hbps auf Ganzbilder pro Sekunde umsteigen (fps). Außerdem erlaubt die DVD Norm auch 23.976fps zu verwenden, welche erst im DVDPlayer künstlich auf 29.97fps aufgeblasen werden (Pulldown). Die NTSC-Staaten haben also auf ihren Simpsons DVDs einwandfreie 23.976 Ganzbilder pro Sekunde, in welche die 15 gemalten Bilder pro Sekunde exakt abgebildet werden, in dem man einzelne Bilder wiederholt.


    Mittlerweile hatte man die Originalscans eingemottet da wollte auch Europa die Simpsons zeigen. Neu mit 25fps erstellen war also nicht drin, von 23.976fps beschleunigen auf 25fps hätte die Sendung so stark verkürzt, dass sie nicht mehr ins Sendeschema gepasst hätte, also musste man die TV-Norm irgendwie umwandeln. Aber selbstverständlich ist man da nicht mit Köpfchen herangegangen und hat einfach hier und da ein Bild verdoppelt, was bei den Simpsons problemfrei funktioniert hätte, sondern man griff auf die altbewährte Normwandlung zurück, bei der die originalen 23.976 Bilder auf 50 Halbbilder verteilt werden, und fehlende Bilder aus den Vorgängern und Nachfolgern errechnet werden (Errechnet ist das falsche Wort, sie werden einfach ineinandergeblendet, gerne auch mal mit anderen Gewichtungen als 50:50, man stelle sich vor, was für ein Ärger das gibt, wenn das Original schon keine Vollbilder sondern Halbbilder hat. Totales Chaos, nicht mehr zu retten).
    Grundsätzlich funktioniert das OK an Röhrenfernsehern, so lala an Vollbildanzeigegeräten wie TFTs die mit 50fps arbeiten und die Halbbilder auf Vollbilder strecken.
    Aber eigentlich bekommt man die originalen 23.976fps nur noch mit vielen Tricks wieder rekonstruiert.


    Es gibt ein Projekt, welches diese und andere Tricks unter einer Oberfläche vereint, das nennt sich AnimeIVTC. Allerdings sollte man dort alle Optionen sorgfältig durchlesen.


    Puh, soviel zu den Kammeffekten.
    Übrigens liest dein Abspielgerät die Information darüber, ob sich in der VOB Interlaced- oder Vollbildmaterial befindet nicht korrekt aus, sonst hätte es das Deinterlacing selbst übernommen.
    Die Chancen stehen aber immernoch gut, dass es wie hier im Thread beschrieben beim direkten Ummuxen in eine MKV dann funktioniert.


    Heutzutage haben sich die Produktionsstudios diesen Normwandlungsklumpfuß fast komplett abgewöhnt. Bei aktuellen Produktionen findet man Normwandlungen fast nur noch im TV, um die Episoden Sendeplankompatibler zu machen. Aber keine sorge, auch die neue Technik handelt sich gerade mit Anlauf neue Probleme ein, über die sich hinterher hier Gedanken gemacht wird ;)
    Es bleibt genug zu tun.

  • Hallo,


    vielen Dank für die klasse Erklärung und die anderen Tipps.


    Ich habe jetzt mit MKVToolnix die vob-Datei direkt in den Matroska-Container gemuxxt. Das hat soweit auch einwandfrei funktioniert, allerdings bleiben die Kammeffekte, wenn auch (nach meinem subjektiven Empfinden) etwas weniger stark. Zum Abspielen nutze ich übrigens einen Popcornhour A-110. Kann es auch daran liegen. Besteht die Möglichkeit, dass es bei späteren Generationen einwandfrei funktioniert?


    Ganz unabhängig davon würde ich euch gerne noch mal fragen, was ihr empfehlen würdet, mal ganz ohne meine oben genannten Ansprüche. Natürlich will ich weiterhin das beste Ergebnis erzielen. Wenn ich das (riesige) Projekt (13 Staffeln Simpsons, puhh) schon angehe, dann will ich es auch gleich richtig machen.


    Danke euch noch mal