VHS Digitalisierung mit Pana DMR-EH585 - Interlaced?

  • Hi Leute,
    ich bin stiller Mitleser seit einiger Zeit und möchte VHS Kasetten Digitalisieren. Den gepinnten Guide find ich mit den besten, den man im Internet finden kann, daher bin ich exakt nach dem Guide hier von Gubel vorgegangen.
    Ich hab mich für die Variante entschieden in der man die VHS mit dem Panasonic auf HDD aufnimmt (im XP Mode) und dann auf DVD brennt.


    VHS Spieler an den DMR EH-585 angesteckt, über Scart, jedoch mit einem hochwertigen Kabel. Das ganze funktioniert eigentlich super. Testweise hab ich eine 3 Stundne VHS auf HDD am Stück aufgenommen, anschließend am Panasonic die Aufnahmen auf 1 Stunden Stücke geteilt und diese dann auf DVD gebrannt. Alles im XPMode. Hat funktioniert und der Aufwand hat sich in Grenzen gehalten (darum geht es mir hauptsächlich, sonst werd ich nie fertig)


    Die Einstellungen am DVD Recorder sind exakt so wie sie im Guide von Gubel geschrieben sind. Herausgekommen ist ein video das ziemlich interlaced (ich glaube das ist das richtige Word) ist. Wenn ich das Video im VLC Player anschaue sind sehr viele Querlinien zu sehen (siehe Bild 1t) wenn ich im VLC Player (auf Video - Deinterlace - Automatisch) stelle. Ist das Bild deutlich besser (siehe Bild 2t).


    Ich hätte natürlich gerne das Video so, dass ich unabhängig vom VLC Player bin. und das Video im Original schon sauber ist.


    Habt ihr eine Idee was ich tun kann? Oder mach ich irgendetwas falsch?


    Viele Grüße

  • Was ist denn das Problem daran? Fernsehsignale wurden doch interlaced gesendet (erst ein Halbbild, dann das andere), weil – wenn kein Kinofilm gesendet wurde – auch mit Fernsehkameras interlaced aufgezeichnet (erst das eine Halbbild, dann etwas später das andere) und dann interlaced auf einem Röhrenfernseher wiedergegeben wurde (genauso nacheinander). Also auch interlaced auf VHS aufgezeichnet. Also nun auch interlaced digitalisiert.


    Dass die heutigen Flachbildschirme nicht mehr so interlaced darstellen wie damals die Röhrenfernseher (keine zwei Halbbilder zeitlich nacheinander, sondern das ganze Vollbild zum gleichen Zeitpunkt), ist ein "Problem" der heutigen Zeit – für den Fall, dass auch der Video-Inhalt Halbbilder enthält, die zu verschiedenen Zeitpunkten aufgezeichnet wurden (was bei Fernsehkameras damals sicherlich der Fall war, bei Kinofilmen hoffentlich nicht). Für eine angenehme Wiedergabe auf diesen Bildschirmen kann man dann heute deinterlacen. Aber erst nach der Digitalisierung in einem Archivierungsformat, welches das Ergebnis der Digitalisierung zunächst möglichst unverfälscht speichert, inklusive des zeitlichen Nacheinanders der Halbbilder.


    Je nach Präsentationsformat würde man heute wahrscheinlich gern sowohl Vollbilder rekonstruieren als auch die flüssigen Bewegungen erhalten, die sich aus der zeitversetzten Aufzeichnung der Halbbilder ergeben. Dafür würde man heute sicherlich einen "Bobber" verwenden und die doppelte Framerate erhalten. Beispiel PAL: Fernsehkameras zeichnen 50 Halbbilder pro Sekunde versetzt auf, die paarweise zu 25 Vollbildern pro Sekunde vermischt abgespeichert werden; der Bobber rekonstruiert aus den 50 Halbbildern pro Sekunde aber 50 Vollbilder pro Sekunde. Moderne Videocodecs (z.B. MPEG-4 AVC) komprimieren das trotzdem noch effizienter als MPEG-2 auf DVD.


    Welche Bobber würden wir empfehlen, wenn mit AviSynth gearbeitet wird? — Qualitativ am hochwertigsten ist wahrscheinlich QTGMC. Durch die Vielzahl notwendiger Plugins ist der aber nicht leicht zu verwenden. Ebenfalls recht gut ist TDeint. Deutlich schneller wäre Yadif(Mod).

  • Sorry erstmal, ich seh schon, ich bin nicht so tief in der Thematik drin…
    Ich interpretier das mal so:



    Die Aufnahmen auf dem VHS Gerät sind interlaced (was völlig normal ist), das sind diese sichtbaren queren Zeilen. Ein alter Fernseher hat aus diesem interlacten Bild automatisch ein schönes gemacht. Mein heutiger PC Monitor (davon stammen die Screenshots) tut das nicht automatisch und deswegen sehe ich die queren Zeilen exakt so wie sie auf der VHS Kasette aufgenommen wurden. Um dies nun auf Geräten, die nicht automatisch deinterlacen, schön zu bekommen muss ich die mpeg2 Datei selbst mit einem Videoprogramm deinterlacen. Stimmt das so?



    Ich möchte nur sicher gehen, dass ich bevor ich beginne, meine ganzen VHS Kasetten zu digitalisieren, die richtige Vorgehensweise abarbeite 😊



    Dann ist es also richtig, wie folgt vorzugehen:
    Den ersten Digitalisierungsvorgang (VHS in MPEG2) genauso interlaced aufzunehmen, wie er auf der VHS-Kasette drauf ist. (letztendlich erhalte ich mein persönliches digitalisiertes Rohmaterial (mpeg2))
    Die MPEG2 Datei werde ich dann als MasterDatei archivieren. Beim ersten Digitalisierungsvorgang sollte ich die Finger weglassen von irgendwelchen Einstellungen am DVD Recorder, der diese Zeilen direkt umwandelt. Ich belasse also die Einstellung (Anschluss -> HDMI-Einstellungen -> HDMI-Videoformat: 576i / 480i). Falls ich diese Interlaced Bild loswerden will, mache ich das im Nachhinein in einer Kopie der Masterdatei. Stimmt das so?





    Ich bin jetzt gerade nicht daheim und kann es nicht ausprobieren. Könnte es sein, dass mein LCD TV, die Zeilen sogar selbstständig deinterlaced? Die Screenshots kommen vom PC mit VLC Player.
    Und noch so nebenbei, ich hab kein wirkliches Gefühl, wie gut die Qualität von der mpeg2 gelungen ist. Eure Einschätzung?



    Vielen Dank schonmal für die Aufklärung, heute morgen wusste ich noch nciht was "Interlaced" bedeutet :)

  • Ich denke mal, Interlacing hast du jetzt verstanden. Und ja, moderne Flachbildfernseher deinterlacen selber, wenn sie wissen, dass das darzustellende Videoformat interlaced sein könnte. Manche sogar recht gut mit Bewegungsinterpolation.


    Es würde nun sicherlich auch einige Leute geben, die dir von einer Archivierung in MPEG-2 als "Rohmaterial" eher abraten würden, da die Qualitätsverluste bei der Encodierung in MPEG-2 mit "üblichen" Bitraten einer DVD Video doch durchaus noch sichtbar werden, im Vergleich zum rohen YUV, das man am PC mit analoger Capturekarte aufzeichnen würde (u.U. verlustlos komprimiert mit AVI-Codecs wie Huffyuv, FFV1, Ut o.ä.); leider sind verlustlos komprimierte AVIs immer noch erheblich größer als MPEG-2. Aber das speichert so ein VHS-DVD-Recorder oder VHS-HDD-Recoder nun mal.


    Zumindest würde ich vermuten, dass der "XP Mode" höhere Bitraten zulässt als eine Kompatibilität zu DVD Video erfordern würde, da sind die Verluste vielleicht unauffällig genug. Man müsste diese Qualität dann nur eben noch aus dem Recorder rauskriegen. Vielleicht hilft es ja, dass die spätere Encodierung für DVD im Anschluss an die HDD-Aufnahme sich mehr Zeit lassen kann als Echtzeit-Brennen. Zur Einschätzung würde man aber einen Videoausschnitt mit heftigen Bewegungen, waberndem Nebel oder ähnlich bekannt schwierigem Material benötigen; Talkshows sind vergleichsweise harmlos.

  • Also ist das von mir Interpretierte alles richtig und ich hab es richtig verstanden :)?


    Jetzt hab ich dann doch noch eine Frage...
    Ich dachte die Konvertierung zu MPEG2 findet nur einmal statt, wenn die VHS auf Festplatte geschrieben wird. Du erwähnst nun, dass auch beim anschließenden Schreibvorgang von HDD auf DVD nochmal encodiert wird, was ja wiederum die Qualität beeinflussen könnte.


    Ich bin so vorgegangen, dass ich die komplette VHS an einem Stück auf HDD aufgenommen habe, da kam eine 2 Stunden Datei raus. Diese habe ich am Recorder jeweils bei 60 Minuten geteilt, da 60 Minuten XP Mode auf eine DVD passen sollte. Diese 60 Minuten Datei habe im High Speed Modus dann auf eine DVD kopiert. Ich hab das gestern mal gemacht, der Schreibvorgang dauert ungefähr 15 Minuten (vermutlich 4x Brenngeschwindigkeit), Ich wäre jetzt davon ausgegangen, das hier nichts mehr konvertiert wird und die Qualität auf der DVD absolut identisch ist mit der auf der HDD? Oder lieg ich hier falsch?

  • Ich kenne die Randbedingungen dieses "XP Mode" nicht. Ich weiß nur, wenn ein Gerät, dass Video von VHS einliest, gleich in Echtzeit MPEG-2-Video erzeugt, das sich an die Grenzwerte der DVD-Video-Spezifikation hält, dann wird die Qualität des Videos sicherlich nicht so gut wie bei einer Encodierung, die ohne Echtzeit-Druck die Bitrate über die gesamte Spieldauer optimal verteilen kann, abhängig vom Bedarf einzelner Szenen des Videos. Wird überhaupt im DVD-Video-Format gebrannt, oder nur Datendateien für weitere Bearbeitung am PC? Um das zu verstehen, müsste ich wohl erst mal das Handbuch lesen und den Inhalt eines Brandes analysieren. Und dann bliebe noch die Frage, ob man an den Inhalt der Festplatte auch anders herankommt als über aus diesem Gerät gebrannte DVDs.


    Ansonsten, schätzen wir mal...


    4.700.000.000 Bytes * 8 bit/Byte / 60 min / 60 s/min ~ 10,4 Mbps


    Das wäre für eine DVD Video zu hoch. Ein Hardware-Encoder für MPEG-2-Video würde wohl relativ konstante Bitrate erzeugen, also wohl maximal 9 Mbps, wenn es kompatibel zu DVD Video sein soll (gemeinsam mit Tonspur liegt das Maximum laut Spezifikation bei 9,8 Mbps, aber es gibt Faktoren, die zu Schwankungen führen und so knappe Steuerung riskant machen).


    Relativ konstante 9 Mbps wären sicherlich gut genug, um kaum etwas an Verlusten zu bemerken.


    Wird der "XP Mode" schon bei der Aufzeichnung festgelegt, oder erst beim Brennen? Wenn man die Qualität zwischen Aufzeichnen und Brennen nicht mehr beeinflussen kann, wäre es ein Hinweis darauf, dass nicht noch mal optimal encodiert wird, also auch nicht großzügig aufgezeichnet.

  • und bye the way:
    Interlaced lässt man Interlaced.
    Entweder das Abspielgerät kann damit umgehen= gut
    Oder es kann nicht damit umgehen, = schlecht (für das Gerät)
    Beim de-Interlacen verlierst Du ~50% der Bewegungsinformationen

  • ... wenn man nicht bobbt (50 Halbbilder => 50 Vollbilder pro Sekunde), sondern herkömmliches Deinterlacing verwendet (50 Halbbilder => 25 Vollbilder pro Sekunde).


    Natürlich erhöht die doppelte Anzahl Vollbilder wiederum den Bedarf an Bitrate zum Qualitätserhalt. Letztendlich hängt es ein wenig vom Zielformat und dem geplanten Abspiel-Equipment ab, welche Variante optimal wäre: Wie schon erwähnt, kommen moderne Fernseher ziemlich gut damit klar, auf DVD Video oder auf VHS übliche SD-Videoformate ansehnlich darzustellen, wenn sie korrekt encodiert wurden (Interlaced MPEG-2 oder Interlaced MPEG-4 AVC). Wer selber hochskalieren und bobben will, um es am Ende in einem Format für HD-Auflösungen zu speichern (720p50 AVC oder gar HEVC), macht im Grunde nicht viel anderes, und muss auch noch damit rechnen, dass er dafür mehr Platz zum Speichern braucht, trotz moderner Codecs.

  • So ich mag mal noch Rückmeldung geben.
    Die Auswahl des XP Mode erfolgt schon bei der Aufnahme auf HDD. Ich bin mir inzwischen ziemlicher sicher, dass beim Schreib Vorgang nichts mehr encodiert wird. Ich gehe deshalb davon aus, da ich eine Fehlermeldung bekomme "Aufnahme passt nicht auf die Disk" auch, wenn die Aufnahme nur minimal größer als die DVD ist. Folglich wird hier nicht runterendodiert.


    Jetzt hab ich aber noch eine Folgefrage. Wenn ich mir das Endprodukt anschließend auf den PC gezogen hab (mit vob2mpeg). Bekomme ich eine saubere MPG Datei. Ich hab mir nun die Eigenschaften der MPG Datei angesehen. Folgende Eingeschaften hat die MPG Datei: 25Bilder Pro Sekune, Interlaced und "TOP Field First". Wie finde ich heraus, ob "Top Field First" die richtige Einstellung für meine Aufnahme ist oder ob Bottom Field First besser wäre?


    Würde ich es auf dem TV sehen, wenn es falsch eingestellt ist?? Oder wie erkenn ich ob ich die richtige Bildabfolge habe...?


    Wie kann ich meinen Film mit derzeitiger Einstellung "Top Field First" mal testweise mit "bottom field first" anschauen? Dann würde ich den Unterschied mal sehen.


    Viele Grüße und danke für eure Hilfe :)

  • Eine beliebte Möglichkeit: Man verwendet z.B. in AviSynth nach der expliziten Zuweisung der Halbbilddominanz (entweder AssumeTFF() oder AssumeBFF() gleich nach dem Quellfilter, bei MPEG2 z.B. DGMPGDec, der kann auch eine VOB-Sequenz einlesen) einen Bobber (da reicht schon Bob() aus dem AviSynth-Kern). Dann schaut man sich das Ergebnis langsam Bild für Bild an (z.B. in VirtualDub-FilterMod) und analysiert, wie sich die Bewegung entwickelt.


    Schreitet die Bewegung nach dem Bobben gleichmäßig voran, hat man für Video mit Interlaced-Inhalt die korrekte Reihenfolge. Bei der falschen Reihenfolge springt die Bewegung vor und zurück. Scheinen immer zwei Bilder fast gleich zu sein, und zum nächsten Paar gibt es deutlichere Unterschiede, ist der Inhalt progressiv, dann ist die Reihenfolge egal.


    Ein Fernseher würde bei der falschen Markierung sicherlich auch deutlich zitterndes Video zeigen.

  • Hallo Ligh,
    nochmal vielen vielen Dank für deine Antworten. Ohne dich würds hier nicht weitergehen.
    Ich hab mir die Tools Avisynth und Virtual dub filter Mod installiert. Avisynth finde ich nicht mal eine Exe die ich ausführen kann... Ich denke das ist nun ein Level zu hoch für mich...


    Aber ich hab nun folgendes gemacht:
    Virtual Dub gestartet, MPEG2 geladen, Video, Filters, Den Filter BOB-Doubler (Field Order BFF) hinzugefügt -> Datei Avi File gespeichert.
    -> Heraus kam eine Datei die Zittert. Wenn ich die Datei in virtual Dub öffne und mir Frame für Frame anschaue, sehe ich das "VOR und Zurück"


    Gegenprobe
    Virtual Dub gestartet, MPEG2 geladen, Video, Filters, Den Filter BOB-Doubler (Field Order TFF) hinzugefügt -> Datei Avi File gespeichert.
    -> Beim Frame für Frame anschauen in Virtual Dub sehe ich eine flüssige Bewegung OHNE "Vor und Zurück"


    Mein laienhafter Schluss: Mein interlaced MPEG2 Material ist Top Field First.


    Hab ich das richtig kombiniert?


    Ich hasse die Videobearbeitung jetzt schon :/


    Viele Grüße

  • Richtig kombiniert, Sherlock. ;D


    AviSynth ist ein Frameserver (ein Hilfsmittel, das anderen Programmen Videos "vorlesen" kann, die sie selber nicht lesen können), den man mit einer Skriptsprache "programmieren" kann. Das läuft nicht mal eben so ohne Lesen und Lernen. Allerdings benutzen es viele Konverter-Tools wegen seiner Vielseitigkeit m.o.w. unsichtbar im Hintergrund (z.B. StaxRip, MeGUI).


    Aber da VirtualDub-FilterMod durch ein Import-Plugin auf Basis von ffmpeg viele verschiedene Mediendateien selber lesen kann (nicht nur AVI wie das Original VirtualDub, sondern eben auch z.B. MPEG-2), hast du genau richtig geschlussfolgert, wie man mit dessen Bordmitteln das gleiche hinkriegt wie das, was ich als AviSynth-Skript beschrieben hatte.


    Manch andere hätten keine Lust gehabt, so weit mitzudenken... :daumen:


    TFF ist/war bei Fernsehübertragungen recht üblich (aber nicht zwingend). Bei DV-Tapes dagegen ist BFF fast sicher.

  • siehst du, ich geb mir wirklich mühe :) nur muss ich auch ehrlich gestehen, die Thematik ist ziemlich komplex, wenn man keine Erfahrung hat.


    Für den Test von eben hatte ich eine Fernsehaufname von VHS verwendet. Mein eigentliches Anliegen dreht sich jedoch um selbst aufgenommene Familienvideos aus dem Jahren 1980 - 1990, die ich von meinem Vater als VHS bekommen habe. Wie die damals aufgenommen worden sind, ob DV Tapes im Spiel waren, und wie sie auf VHS gekommen sind, das weiß keiner mehr. Ich werde das heut Abend nochmal mit einem Familienvideo probieren und hoffe zum gleichen Ergebnis zu kommen.


    Ich werde Rückmeldung geben.

  • Hallo buggix


    ... Ich denke das ist nun ein Level zu hoch für mich...



    AviSynth ist ein Frameserver (ein Hilfsmittel, das anderen Programmen Videos "vorlesen" kann, die sie selber nicht lesen können), den man mit einer Skriptsprache "programmieren" kann. Das läuft nicht mal eben so ohne Lesen und Lernen.


    siehst du, ich geb mir wirklich Mühe nur muss ich auch ehrlich gestehen, die Thematik ist ziemlich komplex, wenn man keine Erfahrung hat.


    Ich habe auch bei Null angefangen und durch Beispiele hier im Forum den Sachverhalt begriffen. In 5 min ist das natürlich nicht erledigt. In einigen meiner Beiträgen sind Link's in diesem Forum zu fertigen Script's zum Nachverfolgen (Lernen).
    Also, Avisynth installieren und mit Beispielen auf korrekte Funktion prüfen.
    Bei mir ist das Ziel immer progressiv, Vollbilder ohne Zeilensprung (nicht Interlaced) für die Wiedergabe am LED-TV, Mediaplayer, Tablett etc.


    Versuche QTGMC oder TGMC anhand der Beispiele hier im Forum zum laufen zu bekommen und du wirst glücklich werden ...


    Gruß
    Gerd

  • So, nachdem ich nun schon 6 VHS digitalisiert habe und eigentlich mit dem Ergebnis ganz zufrieden bin, ist mir nun doch noch etwas aufgefallen, wo ich mir unsicher geworden bin.


    Das Bild im Anhang (123.png) ist ein Screenshot vom Endergebnis. Mir ist aufgefallen, dass links und rechts schwarze Ränder sind und ich nicht weiß woher die kommen, vielleicht ist es auch normal. Aber evtl. wurde das Bild auch irgendwie zusammen gedrückt.


    Der Aufbau ist wie in Gubels Tutorial. VHS Spieler am Panasonic DMR Recorder, von dort aus per HDMI auf einem LCD TV (ja ich weiß, aber ich hab nun mal keinen Röhren TV )


    Folgende Beobachtungen habe ich gemacht:
    - Beim Abspielen der VHS beim Aufnahmevorgang auf HDD, habe ich am LCD eine astreine gerade Kante links und rechts, da ist definitiv kein Schwarzer Balken links und rechts zu sehen.
    - Beim Abspielen der Aufnahme von HDD, gleiches Bild. Astreine gerade Kante links und Rechts, Kein Schwarzer Balken
    - Beim Abspielen der gebrannten DVD (am Panasonic Recorder), astreine gerade Kante links und Rechts, kein Schwarzer Balken
    Jetzt kommts jedoch:
    - Beim Abspielen der DVD am PC mittels VLC Player sind links und rechts nun diese schwarzen Balken zu sehen
    - Die Vob Datei hab ich mit VOB2MPEG extrahiert. Auch beim Abspielen der MPEG Datei am PC mittels VLC Player sind links und rechts schwarze Balken.
    - Nehme ich nun die MPEG Datei (auf USB Stick), schließe diese an den LCD TV an und spiele dort ab, sind ebenfalls die schwarzen Bereiche links und rechts zu sehen.


    Quizfrage: Woher kommen die Schwarzen Balken? Gleiches trifft übrigens auch auf die unterste 6 Pixel zu (Querbalken ganz unten im Bild). Beim Original Abspielen sieht man diesen nicht, im Endergebnis ist er da.


    Letztendlich hab ich mir auch die tatsächliche Breite (tatsächlich sichtbares Bild am LCD TV) angesehen. Bitte nicht lachen. Auf dem LCD TV ist das ursprüngliche Bild (ohne Schwarze Balken) in Zentimetern exakt gleich groß wie das Endergebnis (inkl. der Schwarzen Balken), woraus ich schließe dass beim Endergebnis das Bild etwas zusammen gedrückt wird, dass es auf die gleiche Fläche passt.


    Kann mir das Verhalten jemand erklären?


    Mir geht es nicht um die Balken im bild, die stören mich nicht sonderlich. Ich möchte nur sicherstellen, dass sich nicht irgendwo eine Verzerrung (falsches Bildverhältnis) einschleicht, die ich dann im Endergebnis drin hab. Auch würde ich gerne vermeiden, dass das Endergebnis (MPEG2 Datei), wenn man diese an handelsüblichen LCDs abspielt, unvorteilhaft skaliert werden muss, wodurch ja auch wieder Qualitätsverluste entstehen.


    Viele Grüße und sorry für die Anfängerfragen :/ Aber mit eurer Hilfe kommen, kommen hier wirklich ganz tolle Kindheitsvideos nochmal auf den TV :)
    Christian



    Anbei hab ich mal noch mit MediaInfo die Werte von der MPEG Datei ausgelesen. Sind irgendwelche Fehler zu erkennen, speziell an der Auflösung und am Bildverhältnis?


    Format : MPEG-PS
    File size : 406 MiB
    Duration : 5 min 59 s
    Overall bit rate mode : Variable
    Overall bit rate : 9 467 kb/s



    Video
    ID : 224 (0xE0)
    Format : MPEG Video
    Format version : Version 2
    Format profile : Main@Main
    Format settings : CustomMatrix / BVOP
    Format settings, BVOP : Yes
    Format settings, Matrix : Custom
    Format settings, GOP : M=3, N=12
    Format settings, picture structure : Frame
    Duration : 5 min 59 s
    Bit rate mode : Variable
    Bit rate : 8 895 kb/s
    Maximum bit rate : 9 282 kb/s
    Width : 720 pixels
    Height : 576 pixels
    Display aspect ratio : 4:3
    Frame rate : 25.000 FPS
    Standard : PAL
    Color space : YUV
    Chroma subsampling : 4:2:0
    Bit depth : 8 bits
    Scan type : Interlaced
    Scan order : Top Field First
    Compression mode : Lossy
    Bits/(Pixel*Frame) : 0.858
    Time code of first frame : 00:00:00:00
    Time code source : Group of pictures header
    GOP, Open/Closed : Open
    GOP, Open/Closed of first frame : Closed
    Stream size : 381 MiB (94%)
    Color primaries : BT.601 PAL
    Transfer characteristics : BT.470 System B, BT.470 System G
    Matrix coefficients : BT.470 System B, BT.470 System G

  • Auf DVD Video wird häufig eine Auflösung von 720 Pixeln Breite verwendet. Analoges Video nach ITU-R BT.601 ist allerdings laut Mikrosekunden-Timing nur so breit wie 702 Zeilen (nächstes Vielfaches von 16 wäre 704). Darüber wirst du in Grundlagen zu Fernsehsignalen und zum analogen Capturing sicher einiges zu lesen finden.

  • Hi Bergh, danke für den Hinweis.
    Ich hab gestern bis spät in die Nacht zu den Themen nachgelesen. Einiges verstanden, einiges nicht verstanden... eigentlich wollte ich nicht so tief in die Thematik einsteigen. Ein "Ja" das ist völlig ok, das bild wird dadurch nicht verzerrt, wäre für mich ausreichend gewesen.


    Für die Nachwelt abschließend noch meine Sichtweise, wo ich auf Basis meines Wissens hoffe (abschließend sicher bin ich mir nicht), dass diese richtig ist.


    Der VHS Spieler liefert das Bild an den Panasonic Recorder in einem Standard Format ab, das bei der Digitalisierung nur 702(4) Pixel breit ist. Der DVD Standard (zumindest der, der in meinem Panasonic Recorder angewandt wird) gibt jedoch vor, dass eine DVD 720 Pixel breit sein muss. Um das Bild nicht zu verzerren, hängt der Panasonic Recorder links und rechts ein paar schwarze Pixel dran. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Aufnahme dem DVD Standard des Recorders entspricht (720px) und zugleich KEIN Breitziehen des eigentliches Videos durchgeführt wird. Der Teil des Videos (Motionbereich) in dem tatsächlich etwas zu sehen ist, bleibt letztendlich 702(4) Pixel groß + die beiden schwarzen Balken (2x8px) ergibt den DVD Standard von 720px.
    Klingt für mich schlüssig und ich gehe nun davon aus, dass das Bild durch diesen Vorgang tatsächlich nicht verzerrt wird. Wenn ich Lust hätte, könnte ich diese 2x8Pixel wieder wegcroppen.


    Die schwarzen seitlichen Balken, sowie auch der Balken am unteren Bildrand sind fest in der Aufnahme enthalten. Wenn man das Video jedoch abspielt sind diese nicht sichtbar, da entweder der Panasonic Recorder, alternativ auch der Samsung TV, diesen Bereich gar nicht anzeigen, da dieser Bereich im sogenannten Overscanbereich liegt. Wenn man sich die Aufnahme dann am PC ansieht, wird der Overscanbereich nicht ausgeblendet und die Bereiche werden sichtbar. Gleiches Verhalten tritt dann auch auf, wenn der Samsung TV die MPG Datei direkt von einem USB Stick aus abspielt.


    Passt so?

  • Deine Gedanken scheinen soweit richtig: Entweder der Overscan wird tatsächlich mit Überbreite digitalisiert (wie damals der Unterschied zwischen Brooktree- und Philips-Capturechips), oder als Pillarbox angehängt.


    704 Pixel Breite ist auf DVD ebenso erlaubt wie 720. Interessant wird die Frage vor allem, falls man den Videoinhalt schon während der Konvertierung in ein anderes Zielformat entzerren will (auf 1:1 PAR wie bei HD-Formaten): Streckt man dann die gesamten 720 Pixel Breite auf das logische Seitenverhältnis (4:3 oder u.U. 16:9) oder die aktiven 702 bzw. 704? Bei so gut sichtbarem seitlichen Overscan offenbar letzteres. Ein moderner Flachbildfernseher sollte hoffentlich selber erkennen, dass dies angebracht wäre, wenn man die 720 Pixel breite DVD abspielt.


    Irgendwas stimmt bei dir mit der UTF-8-Codierung beim Posten nicht... verwendest du exotische Webbrowser?