AVI zu MKV - Audiospuren enthalten ungültige Daten

  • Ja, das ist schon klar, dass man Kbps nicht direkt hört, einen AVI-Kontainer hört man ja auch nicht direkt, sondern nur die Frequenzen, die komprimiert vorhanden sind. Im "Volksmund" gelten Kbps als Richtwert für die Qualität allgemein. Die Leute können sich dann eben für eine bestimmte Qualitätsstufe entscheiden, die sie möchten.


    Definitiv Fakt ist, wenn ich ein Musikstück mit sehr gutem Klang zu 32 Kbps konvertiere, das ich dann eine Badezimmeratmosphäre habe.

    Laut meinen Encodereinstellungen ist stereo bei 32 Kbps nicht möglich, erst ab 64 Kbps.


    Da Du goldene Stecker erwähnst:

    Klar ist, dass man für LWL keine vergoldete Stecker braucht. Die Plattenspielen damals, hatten ja alle vernickelte Cinch-Stecker.

    Aber mit der Zeit wird Nickel schwarz, so wie Silber auch, und die Kontaktfähigkeit litt darunter. Sicher, man kann Kontakte selbstverständlich reinigen.

    Habe mich dann aber doch entschlossen, XLR-Stecker (Neutrik) mit vergoldete Kontakte anzulöten.


    Seit 1991 trat keine Korrosion an den Kontakten mehr auf, da hat man Ruhe von solchen unerwünschten Begleiterscheinungen.

    Es geht auch um Kriechströme.


    Vergoldete Stecker hat man nicht zum angeben, sondern um Korrosion zu vermeiden. So sehe ich das.


    Na dann, viel Spass mit den 32 Kbps Audio-Files.


    Gruß Jo

  • Ja, hab ich. Um noch einmal den Kern des Gedankens zusammenzufassen:


    Entscheidend ist nicht die nominale Bitrate. Entscheidend ist, ob damit das vorliegende Material ohne auffällige Verluste rekonstruiert werden kann.


    Und als akademisches Beispiel, wie bereits erwähnt, hier ein Archiv mit mehreren Varianten von "Stranglehold", ein Musikstück mit reiner Sinuswelle als einziges "Instrument". Darin enthalten u.a. folgende Varianten:

    • die FastTracker XM-Datei
    • FLAC in 24 bit 48 kHz stereo, wie es der ModPlug-Player gerendert hat (verlustlos, kannst du gern zu WAV entpacken)
    • LAME 3.100 mit 32 kbps CBR (dass dabei die Samplingrate auf 32 kHz reduziert wird, ist unvermeidlich)
    • LAME 3.100 mit 320 kbps CBR
    • Ogg Vorbis (lancer mod) 32 kbps CBR
    • Ogg Vorbis (lancer mod) VBR Qualitätsstufen 0 und -1 (diese auch bei knapp 32 kbps)

    Und warum klingen die alle kaum unterscheidbar?


    Weil das Frequenzspektrum so übersichtlich ist (siehe beigefügtes Sonogramm). Kein Klang wesentlich über 2,5 kHz, und abzählbare Polyphonie. Das ist eine akademisch einfachste Variante von Musik. Völlig anders als Heavy Metal oder Brüllerei an der Börse. Für so wenige einzelne Frequenzen reichen auch so geringe Bitraten zur Rekonstruktion mit unmerklichen Verlusten.

  • Danke LigH aus Gardelegen für die verschiedenen Audiobeispiele und die Mühe, die Du dir gemacht hast.

    Der Vergleich zwischen den diversen Tonfiles sind sehr interessant.

    Das hätte ich jetzt auch nicht gedacht, dass die Wiedergabequalität so dicht beisammen liegt.


    Habe mir alle Files angehört. Laut meinem Höreindruck klangen 2 Files doch einen Hauch besser. Aber es ist doch erstaunlich, wie gering der Unterschied ist.

    Einen Hauch besser klangen:

    Das MP3-File mit 320 Kbps und das Lossless-Flac.


    Das XM-File lag in der Klangqualität zwischen dem MP3-File mit 320 Kbps und 48 KHz und den 32 Kbps-Files mit 32 KHz.

    Vermutlich wegen der Abtastrate von 44.1 KHz.


    Die 32 KHz-Files klangen einen Hauch dunkler. Klar, mit dem Handy hört man den Unterschied nicht mehr.

    Das war jetzt nur über gute Lautsprecher vom Fernseher gehört, ohne Soundbar.


    Über meine Burmester-Anlage sind sicherlich noch wesentlich mehr Details hörbar. Da ist mir aber der Aufwand zu groß.

    Dazu müsste ich erst eine DVD erstellen, das ich 48 KHz bei den Audio-Files habe. Mich beeindruckt das durchaus.


    Aber trotzdem sollte man sich nach der EBU-Kommission richten, die für DVD 192 Kbps bei Audio festlegte.

    Nochmals herzlichen Dank für deine fachmännischen Infos.


    Gruß Jo

  • Interessantes Detail am Rande: Die XM-Trackerdatei ist das Original.


    Das ist insofern "außer Konkurrenz", als der Klang von den Abspielroutinen abhängt. Ich habe die WAV-Datei, aus der die FLAC-Datei komprimiert wurde, ausgehend von der XM-Datei als 24 bit 48 kHz mit Hilfe des ModPlug-Players mit höchsten Qualitätseinstellungen, aber ohne Effekte gerendert; andere Player-Optionen oder komplett andere Player für Tracker-Dateien können einen abweichenden Klang erzeugen.


    Tracker-Dateien sind so ähnlich wie "MIDI mit integriertem Wavetable", also zum einen der Melodieverlauf, zum anderen gesampelte Instrumentenklänge.



    P.S.: "Gardelegen" ist mittlerweile auch veraltet...

  • Ja, das ist interessant. Danke für deine zusätzlichen Infos.

    Mich wundert nur, dass der Realtek-Treiber die verschiedenen Qualitätsstufen überhaupt hörbar macht.

    Normalerweise sind solche geringen Unterschiede nur mit guten Hi-Fi-Anlagen zu hören.


    Gruß Jo

  • Ich kenne das, wenn man Audio-Delays mit z.B. VirtualDub realisiert. Wenn man z.B. +100ms Delay haben will, fügt VirtualDub am Anfang 100ms entsprechende "Mülldaten" an den Anfang der Tonspur. Also eigentlich ein übler Hack. Mkvmerge kann das erkennen und löschen und speichert dann die Information im mkv-Container, daß die Tonspur erst nach 100ms anfängt. Im AVI-Container geht das so nicht, daher dieser Hack von VirtualDub. Sauberer wäre es natürlich, wenn man im AVI-Container 100ms Stille encodieren würde, was VirtualDub aber nicht kann (AVI Mux GUI kann das).


    Dieser Hinweis von mkvmerge ist also nicht wirklich schlimm.