VirtualDub2 + FFMpeg Lame MP3: nur ein einziges Format

  • Hallo,

    vor Jahren hatte ich VirtualDub zusammen mit Lame MP3 genutzt.
    Da standen mir unzählige Formate zur Verfügung.

    Nun hatte ich, nach langer Pause, VirtualDub2 genommen,
    finde dort FFMpeg Lame MP3, das mir aber nur ein einziges Format
    anbietet (auch wenn ich "show all" anhake): 44100 Hz, stereo, 22 KB/s.

    Wie komme ich wieder an die anderen Formate?

    Danke!

  • digait June 18, 2024 at 10:12 PM

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  • Hi,

    ja, bei mir wird auch nur ein Format angezeigt. Allerdings in 48 kHz und 40 KB/s (konstant, 320 k). Ich vermute, dass dein originales Audio in 44.1 kHz für CD-Qualität vorliegt. 48 kHz ist DVD-Tonqualität. Bei FFMpeg AAC wäre die Tonqualität noch etwas besser.

    Scheinbar hat der Entwickler von VDub2, bei den verschiedenen Tonformaten ausgemistet und diese gibt es nicht mehr. Ich würde für MP3 sowieso die originale Lame-Software verwenden, statt die FFMpeg Lame MP3-Version von Google. Vielleicht stehen dann mehr Audioformate zur Verfügung.

    Diese müsste VDub2 in den Toneinstellungen erkennen. Das war nur ein Vorschlag, ob das so funktioniert, weiß ich nicht.

    Gruß

    Jo

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    Es wird in der Liste der unterstützten Bitraten zwar nur ein einziger Eintrag angezeigt. Das bedeutet aber nicht, dass dies auch die einzige unterstützte Variante ist. Selbstverständlich kann man da noch was ändern.

    Klicke auf den [Configure]-Button, dann öffnet sich ein Dialog, in dem du Kompressionsvarianten einstellen kannst. Standard ist ein Qualitätsmodus, man kann aber auch konstante Bitrate wählen. Ich würde auch empfehlen, "Joint Stereo" zu aktivieren. Die tatsächliche Audiobitrate sieht man bei gewählter konstanter Bitrate nach Bestätigen des Dialogs; wenn man einen Qualitätsmodus verwendet, kann diese allerdings nicht von vorn herein angegeben werden, da steht irgendeine letzte Auswahl in der Bitrate-Anzeige.

    FFmpeg AAC (basierend auf dem Fraunhofer FHGAAC-Encoder) oder FFmpeg Opus verwenden zwar eine variable Bitrate, die aber ein Bitratenziel verfolgt, deshalb wird auch bei diesen eine Zielbitrate angezeigt. Im Gegensatz dazu wird bei FFmpeg Vorbis gar keine Bitrate in der Listenauswahl gezeigt, wenn man einen Qualitätsmodus gewählt hat.

  • Danke für die Infos zu FFMpeg AAC, FFMpeg Opus und FFMpeg Vorbis. Opus wird auch von Google verwendet.

    Ja, "Joint Stereo" macht ab 3.1 Raumklang Sinn, da es den Centerton mehr Bitrate zuweist, als den linken und rechten Tonkanal. Die beiden Tonkanäle enthalten weniger Toninformationen. Das sehe ich auch so. Aber das soll nur bis 256 KB/s Sinn machen.

    Nur bei reinem Stereo-Ton, würde ich "Joint Stereo" nicht aktivieren.

    Zitat von Benjamin Lebsanft von 2003:
    Joint Stereo lässt sich in mid/side stereo und intensity stereo unterteilen.
    Mid/side Stereo kodiert, statt den normalen Links / Rechts Kanälen, Mitte (Rechts + Links) und Seitenkanäle (Links-Rechts + Rechts-Links)! Dabei werden mehr Bits für den "Mittenkanal" zur Verfügung gestellt.

    An Stellen des Liedes, wo sich die Seitenkanäle sehr ähneln, befinden sich wenig Informationen in den Seitenkanälen, das wiederum bedeutet, dass mehr Bits für den Mittenkanal zur Verfügung stehen. Die Folge daraus ist, dass man nun eine höhere Qualität hat, als wenn man die unwichtigen Informationen mit viel mehr Bits kodiert hätte.

    Zitat Ende.

    Es soll aber zu geringfügigen Phasendifferenzen, die eigentlich unhörbar sind, kommen.

    Entwicklerforum von Lame:
    https://hydrogenaud.io/

    Zitat von einem anderen Mitglied:
    Was mir aber viel mehr ins Auge sticht, ist dass Du eine konstante Bitrate verwendest. Du kannst mit einer Variablen Bitrate eine viel höhere Qualität erzielen, da Du den Encoder die Möglichkeit gibts, anspruchsvolle Passagen in einer höheren Bitrate zu kodieren. Ausserdem spart es Speicherplatz, da einfache Passagen (z.B. Stille) mit einer kleineren Bitrate kodiert werden.

    Dazu habe ich eine andere Meinung. Die einfachen Passagen, könnten aber auch wegen einer zu niedrigen Bitrate rauschen. Das Thema Speicherplatz, müsste heutzutage abgeschlossen sein. Außerdem ist die Bitrate auch begrenzt.

    Wenn man die Bitrate auf höchstens 192 KBit/s einstellt, dann wird doch nicht mit z. Bsp. 256 KBit/s codiert. Die höchste Bitrate, liegt dann immer noch bei 192 KBit/s. Die Seitenkanäle können auf z. Bsp. 94 KBit/s fallen, das kann sein.

    Bei nur Stereo:
    Dolby Digital (AC3) mit 192 KBit/s, 48 kHz 16 Bit konstant. Kann auch in AAC sein.

    Das ist für mich die beste Lösung von den Tonformaten für DVDs. Bei Blu-ray wären es 448 KBit/s (5.1). Dann hat man einen sauberen Audio-Stream. MP3 ist veraltet und wird kaum noch genutzt, außer vom harten Kern der MP3-Generation.

    Es muss jeder selber wissen, ob er noch MP3 verwendet.

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    Nur bei reinem Stereo-Ton, würde ich "Joint Stereo" nicht aktivieren.

    Da liegst du falsch. MP3 kann überhaupt nur maximal zwei Kanäle physisch speichern, das passiert im Fall von separatem Stereo mit dem linken und rechten Kanal direkt, im Fall von Joint Stereo nach Bedarf so oder mit der Summe und der Differenz der Kanäle. Und ob Joint Stereo effizient ist oder nicht, hängt von der Breite des Panoramas ab: Am effizientesten ist es, wenn jemand eine Mono-Produktion in stereo encodiert hat, dann ist die Differenz der Kanäle stumm, es zählt nur die Summe. Die meisten realen Stereoaufnahmen haben eher ein schmales Stereo-Panorama, hier kann dem Summenkanal deutlich mehr Bitrate als dem Differenzkanal zugewiesen werden, um die Qualität innerhalb der Gesamtbitrate zu optimieren. Erst wenn durch starken Hall oder Pro-Logic-Surround die Inhalte der Kanäle stark abweichen, kann ein Frame auch zwischendurch in normalem Stereo encodiert werden, wenn das qualitativ günstiger ist (hier können Links- und Rechts-Kanal auch abweichende Bitraten haben).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kanalkopplung | https://de.wikipedia.org/wiki/Mid/Side-Stereofonie | https://de.wikipedia.org/wiki/MP3#Matrizierung

    Variable Bitrate ist vorteilhaft, da sie sich am tatsächlichen Bedarf der encodierten Tonspur orientiert. Der AVI-Container war darauf nur nie recht vorbereitet. Technisch ist es heute kein größeres Problem mehr, VBR-MP3 in AVI zu multiplexen. Deutlich besser geeignet sind dafür aber der MKV-Container und die Container der ISO-Media-Gruppe, insbesondere MP4; dieser unterstützt dann aber auch das technisch bessere AAC-Format und auch Opus (wobei das nicht jeder Player versteht). Für aktuelle Videos mit effizienter Encodierung in VirtualDub2 würde ich also folgende Kombination empfehlen:

    Video: x264 8 bit (evtl. 10 bit bei speziellen Inhalten, wenn verfügbar) mit CRF zwischen 15 (Archiv) und 21 (Web)
    Audio: FFmpeg AAC mit Zielbitrate 128 oder 160 (Archiv, Musik) oder 96 (Web, Sprache) kbps pro Kanal
    Dateityp "MP4 +faststart" bei "Speichern unter"

  • soweit ich es laut wikipedia verstanden habe ist MS-Joint-Stereo verlustlos, welches sogar FLAC verwendet.

    also macht die verwendung immer sinn.

    und soweit ich den LAME encoder beobachten kommte schaltet er im aktuellen track zwischen den 3 verschiedenen stereo modi um, je nachdem was mehr bitrate/qualität bringt. (profilabhänig)


    ah... da war wohl jemand wieder schneller... :D

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    Joint Stereo ist nur verlustlos hinsichtlich der Stereo-Codierung im Mid/Side-Verfahren. Man kann also L/R verlustlos in M/S umwandeln und zurück. Es gibt noch verlustbehaftete Verfahren, die Phasenabweichugnen stärker vernachlässigen, die sind für sehr niedrige Bitraten ausreichend.

    Die Quantisierung bei der Kompression auf eine Zielbitrate ist aber grundsätzlich verlustbehaftet.

    Der Qualitätsvorteil bei Joint Stereo kommt daher, dass der Seitenkanal (Differenz von links und rechts) meist mit geringerer Bitrate genau genug komprimiert werden kann, da die Lautstärke gering und die spektrale Verteilung eher in schlecht erkennbaren Frequenzbereichen liegt, so dass mehr Bitrate für den Mittenkanal genutzt werden kann, der das auch benötigt, weil unsere Aufmerksamkeit eher gerade vor uns liegt.

  • Danke LigH für die interessanten Infos. Ich habe mich mit "Joint Stereo" noch nicht so intensiv beschäftigt. Ich bin nicht gegen "Joint Stereo", finde die Idee mit der bevorzugten Bitrate für den Center-Kanal auch für gut, aber eine konstante und volle Bitrate für alle Kanäle, ist mir persönlich dann doch lieber.

    So viele MB, wie man da einspart, sind es vermutlich auch nicht. Es sei denn, es handelt sich um ein Musikkonzert von 3 Stunden Länge. Ob jemand "Joint Stereo" verwendet oder nicht, das muss jeder selber wissen.

    Ich bin noch den Klang der analogen unkomprimierten Vinyl-Platten gewohnt. Den Frequenzgang von 10 - 80.000 Hz, kann keine digitale Aufnahme toppen. Um diese Qualität zu erhalten, braucht man eine digitale Aufnahme direkt von den Plattenstudios. Mit einem Camcorder für 1000 Euro, ist da nichts zu machen.

    Eine Zielbitrate mit 160 kbps, ist schlechter als DVD-Qualität mit 192 kbps. Geschweige denn bei 5.1 mit je 448 kbps (Standard). 128 kbps präsentieren viele Qualitätsleute bei YouTube. Das sollten wir aber nicht nachmachen.

    Hier ein interessanter Thread von 2003, bei dem es auch kritische Stimmen über „Joint Stereo“ gibt:
    http://forum.audiograbber.de/index.php/topic,1227.0.html

    Vielleicht kennen einige Kollegen sogar diese Diskussion.

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    160 kbps pro Kanal. Mit AAC statt AC3 (deutlich überlegene Technik).

    Es geht bei MP3 JS weniger um Einsparungen von Bitrate als eher um eine sinnvolle Verteilung der Bitrate unter den gegebenen Kanälen abhängig vom tatsächlichen Bedarf: In Szenen, die fast mono sind, muss man doch nichts durch Gleichverteilung an links und rechts verschwenden, wenn man auch am Seitenkanal sparen und die Einsparung in den Mittenkanal investieren kann.

  • Ja, das macht schon Sinn. Aber angenommen, man möchte zu den originalen Audiospuren, sei es nur in mono, stereo, 3.1 oder sogar in 5.1, die schon vorhanden sind, mit zwei zusätzlichen Tonspuren (l und r), z. Bsp. als Musikunterlegung hinzufügen, dann sind doch die beiden Kanäle, links und rechts, mit voller Bitrate belegt.

    In dem Fall würde eine unkomprimierte CD-Aufnahme mit 1536 kbps bei 48 kHz (DVD), oder 1411 kbps mit 44.1 kHz (CD) die trotzdem auf 64 oder 160 KBit/s komprimiert wird, keinen Sinn machen, denn ich will ja die Musik in einer deutlich höheren Qualität hören.

    Oder findet dann keine Datenreduktion statt? Dann müssten doch bei linkem und rechtem Kanal die vollen 160 kbps bei zugemischtem Musiksignal zur Verfügung stehen, oder nicht? Das würde mich einmal interessieren.

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