Reparaturservice für JVC HR-S9600

  • Hallo,

    ich habe vor, alte Skatevideos (professionelle Videos, die damals im Einzelhandel käuflich erwerbbar waren) zu digitalisieren.

    Dabei möchte ich so gut es geht, die höchste Qualität erreichen. Ich habe bereits einige Bänder mit folgendem Setup digitalisiert.

    Targa DPV-5100x (VHS Player) -> Panasonic DMR-EH495 (A/D Wandler) -> HDMI Splitter (um HDCP zu umgehen) -> BMD Video Assist 7" (Aufnahmegerät).


    Nun möchte ich gerne noch die Bild-Ton-Qualität weiter verbessern und habe mir diesbezüglich einen gebrauchten JVC HR-S9600 auf Kleinanzeigen zugelegt.

    Leider kam dieser bereits defekt bei mir an. Der Player behält die Bänder nicht drin und spuckt sie direkt wieder aus, manchmal auch mit Bandsalat.


    Hier ein Video, welches den Defekt demonstriert:


    Der Verkäufer weigerte sich auf Rückerstattung. Deshalb hab ich das Gerät hier in Leipzig bei einem Reparaturservice checken lassen.

    Ergebnis: "Mode Select Schalter defekt / Capstanansteuerung ist defekt / Ersatzteil nicht mehr erhältlich. Laut Hersteller ist die Fertigung des Artikels defekt"


    Gerne würde ich dem Player nochmal eine Chance geben und suche daher nach einer anderen Möglichkeit ihn reparieren zu lassen.

    Meine 2. Option wäre den JVC als teildefekt wieder zu verkaufen und stattdessen einen anderen VHS-Player zu kaufen, bei dem idealerweise weniger das Risiko besteht, dass er defekt bei mir ankommt bzw. zeitnah den Geist aufgibt.


    Kennt jemand von euch eine Anlaufstelle für Reparaturen des JVC 9600?

    Bzw. könnt ihr ein andere Gerät empfehlen, welches in einer ähnlichen Liga spielt?

  • Hi,

    die höchste Bildqualität wirst du dir vermutlich nicht leisten können. Das wären die professionellen Panasonic AG-8600/8700 S-VHS/VHS-Geräte, die das Bild über den YUV-Ausgang ausgeben. Gefolgt von den professionellen JVC-Rekordern. Generalüberholt kosten diese heutzutage aber um die 3000 €. Alle professionellen Videorekorder bieten eine Bildauflösung von 3,5 MHz (Systemende, mehr geht nicht bei VHS).

    In dieser Qualitätsklasse liegen nur noch der Panasonic NV-V8000 E und, man glaubt es kaum, der Grundig VS680 VPT. Beide Modelle haben eine Bildauflösung von 3,35 MHz. Der Panasonic besitzt einen guten TBC mit 3-Kamm-Filter (RGB). Der Grundig hat keinen internen TBC.

    Ein funktionstüchtiger V8000E kostet aber um die 800 €. Den JVC HR-S9600 besaß ich auch einmal. Hat eine gute Bildqualität mit 3,2 MHz-Auflösung. Das ist in Ordnung. Leider hat der 9600er keinen internen TBC, nur eine Bildkorrekturschaltung.

    Zu dem JVC den Bogilein vorschlägt, habe ich keine näheren Erfahrungen. Der Rekorder sollte aber gut sein.

    Den Targa würde ich nicht verwenden, da er nur einen FBAS-Bildausgang (schlechtere Bildqualität) hat. Der Assist 7 ist zwar ein professionelles Gerät, aber capturen würde ich meine Filme immer auf eine HDD/SSD von einem PC. Mit z. Bsp. einer BM-Capturekarte (unkomprimiert). Man braucht ja auch einige Schnittfunktionen, die nur ein Schnittsystem bietet.

    Ja, Ersatzteile zu bekommen, kann man in der heutigen Zeit vergessen. Du könntest nur einmal bei der Firma Dönberg (Hauptsitz in Irland) nachfragen, ob es noch für dein Gerät Ersatzteile gibt. Der Versand der Teile erfolgt in Deutschland in Hamburg.

    Dönberg Electronics:
    Dönberg Electronics - Elektronische Bautelemente und Zubehör

    Oder

    Bei Bürkle Elektronk-Service:

    Reparatur Kundendienst Leipzig Bürkle Elektronik-Service GmbH
    Ihr Spezialist für SAT-Anlagen Installation Leipzig und Umgebung. TV-Kundendienst und Hifi-Geräte Reparatur Thalmässing, sowie für Kleingeräte der Marken:…
    vangerow.de

    Ich kenne nur noch einen guten Service Center in Rendsburg (Schleswig-Holstein, Lübeck).
    Home Entertainment - Panasonic Service Center Rendsburg

    Repariert zwar Panasonic-Geräte, aber nachfragen würde ich trotzdem einmal vorab.

    Viel Glück.

  • Danke Jo für deine ausführliche Antwort.

    Den Video Assist nutze ich rein zum Aufnehmen des digitalisierten Signals. Er zeichnet 422 in 10Bit ProRes auf, welches für meine Zwecke ausreichend ist.
    Danach bearbeite ich die Aufnahmen immer nochmal in Davinci Resolve.

    Weißt du, ob der Panasonic DMR-EH495 über einen TBC verfügt? Manche User haben dies behauptet.

    Beim Reparaturservice Bürkle war ich bereits. Die haben mir ja dann die bereits eingangs genannte Diagnose geliefert: "Mode Select Schalter defekt / Capstanansteuerung ist defekt / Ersatzteil nicht mehr erhältlich. Laut Hersteller ist die Fertigung des Artikels defekt"

    Hier ist noch ein aktuelleres Video, welches demonstriert, wie sich der Player momentan verhält (nachdem er beim Reparaturservice war), wenn ich ein Band reinschiebe:

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  • Gut, du nimmst mit sehr guter Bildqualität auf, das ist erfreulich. Die meisten Leute zeichnen gleich in hochkomprimiertes H.264 auf, was ein Fehler ist. 10Bit ist der AJA (KONA) v210-Codec.

    Laut Bedienungsanleitung hat dieses Modell von Panasonic keinen TBC.

    Du könntest dir nur ein gleiches defekte Modell von eBay usw. holen und die Teile die du brauchst ausbauen. Aber das ist kompliziert, da müsstest du schon ein Elektroniker, oder zumindest ein guter „Handwerker“ sein.

    Danke für das gut gefilmte Video.

    Was mir aufgefallen ist:
    Das Laufwerk vom JVC fädelt gar nicht ein (Mode Select Schalter defekt / Capstanansteuerung). Der Einschub der Kassette ist etwas hakelig, sollte flüssiger sein. Seitliche Ansicht: Beim grauen Zahnrad sieht es so aus, als ob ein Zahn teilweise abgebrochen ist. Die beiden Gleitlager für die Bandführungsteile, müssten auch etwas eingefettet werden.

    Da es diese Ersatzteile nicht mehr gibt, bräuchtest du einen 3D-Drucker. Aber da wäre der Aufwand zu groß. Es bliebe nur ein Gerät zum ausschlachten. Ich würde mich nach einem anderen JVC umschauen. Ein besseres Bild, hättest du nur von einem Profi-Rekorder oder vom Panasonic NV-V8000E.

  • Du wirst in keiner Bedienungsanleitung von einem Panasonic DMR etwas über einen TBC finden auch nicht bei dem ES10.

    Der 495er hat genauso die Jitterkorrektur wie Geräte ab dem ES15, es gibt keinen Schalter mit TBC ON/OFF.

    Meine Übersicht kennst Du? Da steht alles dabei:

    Bogilein
    January 13, 2023 at 11:58 AM

    Im Grunde ist das ein Line-TBC mit Frame Syncronizer.

    Bei der Definition was ein TBC ist und machen soll, darüber streiten sich die Experten. Grob gesagt gibt es einen Line-TBC der bereinigt das Bild und einen Frame TBC der bereinigt das Signal. Im Grunde braucht man alle beide.

    Ich habe hier keinen SVHS-Recorder empfohlen (da muß Jo sich verlesen haben), bei den JVC Geräten wie dem 9600 solltes Du aber bedenken, das diese die Dynamic Drum haben (auch eine tickende Zeitbombe). Meine Überischt mit den Panasonic/JVC Videorecordern kennst Du, da sollte auch alles Wissenswerte dabeistehen:


    Bogilein
    January 15, 2023 at 5:30 PM

    Edited once, last by Bogilein (December 12, 2025 at 2:11 PM).

  • Kleines Update von meiner Seite:
    Ich habe mich nun nach viel Recherche für einen Panasonic NV-FS90 entschieden.
    Außerdem habe ich mir als Backup-Player noch einen NV-F65 besorgt. Beide sind anscheinend überholt.

    Gestern habe ich beide Player mal getestet und wollte die Qualität des Signals vom Scart-Ausgang vom NV-F65 mit dem S-Video Ausgang vom NV-FS90 vergleichen.
    Mein Setup ist noch das gleiche VHS Player -> Panasonic DMR-EH495 (A/D Wandler) -> HDMI Splitter (um HDCP zu umgehen) -> BMD Video Assist 7" (Aufnahmegerät).
    Zum Testen habe ich ein Skatevideo auf einer herkömmlichen VHS (damals käuflich erwerbt) benutzt.
    Beide Player waren so gut es geht identisch eingestellt (Noise Filter OFF, Sharpening auf 50%)

    Leider war das Ergebnis ernüchternd. Ich sehe keinen Qualitätsgewinn durch die Nutzung des S-Video Ausgangs.
    Hier sind ein paar Screenshots und jeweils ein fünfminütiger Ausschnitt zu sehen:
    HiDrive

    Sind hier meine Erwartungen zu hoch? Habe ich einen wichtigen Aspekt übersehen?

    Ich meine gelesen zu haben, dass selbst bei herkömmlichen VHS (nicht S-VHS) die Qualität durch Nutzung des S-Video Ausgangs etwas gesteigert werde kann (Trennung von Luminanz und Chrominanz und Wegfall von Dot-Crawl, etc.).

    Da ich für mein ursprüngliches Vorhaben ausschließlich normale VHS Tapes digitalisieren möchte, mache ich mir nun Sorgen, dass ich mir das Geld für den teureren FS90 auch hätte sparen können, da der F65 gleiche Qualität (soweit ich das beurteilen kann) liefert.

    Wie seht ihr das?

  • Ich habe mir einmal deine Bilder und Streams angesehen, und kann dir nur meinen Eindruck davon schildern.

    Folgendes:
    Der FS90 hat das etwas schärfere Bild. Aber das Bildrauschen ist einen Hauch stärker. Außerdem ist der Farbpixelversatz beim FS90 wesentlich besser, als beim FS65. Gut sichtbar bei „05 - FS65.jpg und 05 - FS90.jpg" (rotes T-Shirt). Der Versatz müsste beim FS65, mit VDub 3 - 4 Pixel nach oben korrigiert werden. Beim FS90 vermutlich nur 1 Pixel nach oben.

    Die Einzelbilder weisen eine schlecht Bildqualität auf. Die Bildqualität der Streams ist für Handys normal gut. Jedenfalls bei PAL-Material. Ich nehme an, dass die Streams mit einem Handy in SD-Video gefilmt wurden.

    SD würde ich nicht nachträglich zu HDV 1440x1080 Pixel hochskalieren. Dadurch wird PAL in der Bildqualität noch schlechter, da das Bild vergrößert wird. 4:3 wären 960x1080 Pixel und 16:9 sind 1440x1080 Pixel. Ist mir nicht verständlich, dass 1440x1080 Pixel als 4:3 in Mediainfo angezeigt wird. Aber die Bildproportionen scheinen zu passen.

    Alle Einstellungen für SD, stimmen nicht.
    Für SD-Material:
    HEVC H.265 Bitrate: 3,500 MBit/s. Mehr Qualität, gibt die SD-Bildqualität nicht her. 20,5 MBit/s ist zuviel, bringt nichts, es sei denn es handelt sich um 4k.

    AVC H.264 Bitrate: 5,200 MBit/s. H.263 MPEG-2: 15,600 MBit/s.
    Das sind die Bitraten für 4:2:0. Für die bessere Bildverarbeitung, z. Bsp. in Schnittsystemen in 4:2:2, reichen 50,000 MBit/s aus.

    Es ist fraglich, ob 10 Bit Farbtiefe bei dieser SD-Qualität irgendeinen Vorteil bringt.
    Format profile: Main 10@L5@High ist normalerweise für 4k, sollte aber bei SD Main@L3.1 sein.
    Farbmodell: BT.601 PAL, HD ist BT.709
    Matrix Farbraum: BT.470 System B/G

    Noch die Farbstärke und die Helligkeitswerte auf 16-235 mit DaVinci korrigieren, dann müsste das Bild einigermaßen stimmen. Vielleicht konnten dir meine Tipps etwas weiterhelfen.

    Ich würde aber den FS90 bevorzugen. Wenn du viele solcher Filme erstellen willst, dann empfehle ich dir einen reinen Camcorder, ohne integriertem Telefon. Dann ist die Bildqualität auch wesentlich besser.

    Edited once, last by Pro Jo: Rechtschreibung korrigiert. (March 19, 2026 at 10:38 PM).

  • Danke für dein Feedback Pro Jo.

    Die Einzelbilder stammen alle direkt aus dem Recording des Video Assists (hier habe ich in ProRes 422 aufgenommen).
    Keines der Videos, welche ich hochgeladen habe, wurde mit einem Handy gefilmt.

    Ich habe ja, wie bereits oben erwähnt, meine Pipeline beibehalten. Alle Aufnahmen, die du siehst, sind mit dem Video Assist in ProRes entstanden.
    Ich bin lediglich nochmal in Resolve rein und habe In und Out gesetzt und das Ganze dann als H.265 in 10 Bit rausgerendert.
    Meiner Meinung nach sinnvoll, gerade wenn man auf YouTube hochlädt. Da würde ich dann sogar nochmal höher gehen in der Auflösung (2880x2160px), damit nach dem Upload kein Pixelmatsch bei rauskommt.

    In einem 1:1 Pixel-Seitenverhältnis ist 1440x1080 übrigens die korrekte Auflösung für 4:3 HD.
    In 16:9 sind es ja die üblichen 1920x1080px

    10 Bit halte ich stets für sinnvoll. Es kann nicht schaden, sich ein wenig Farbtiefe mit in die Post zu nehmen.
    Sobald ich die Aufnahmen nämlich in Resolve nochmal etwas farblich korrigieren möchte, sind die 10 Bit schon hilfreicher.
    Und auch für das Exportieren mehrere Generationen ist es ratsam. So vermeidet man Artefakte wie z.B. Banding.

    Mir ging es auch bei dem Test auch gar nicht um irgendwelche Codec-Fragen sondern nur um den Vergleich der Qualität der analogen Ausgänge.
    Und hier sehe ich leider keinen Unterschied. Außer die von dir beschriebenen Kleinigkeiten (Pixelversatz, leicht schärferes Bild).


  • Oh nice Skatevideos. Ob das Upscaling nach 1080p sinnvoll ist, ist so eine Frage. Das macht dann der Panasonic DMR-EH495 oder wie sieht es da aus? Heißt der deinterlaced und upscaled dann nach 1080p. Ist das State of the Art? Welche Ergebnisse sind denn zu erwarten, wen man selbst mit BWDIF oder QTGMC deinterlaced? Ich denke mal, dass in Sachen Upscaling, Software-Resizer wie Lanczos oder Spline diese Hardwarelösungen mit Abstand übertreffen.

    Da mittlweile 4K TVs Standard sind, wird das die fertige 1080p-Aufnahme durch den Fernseher eh nochmal auf 2160p hochskaliert. Also man kommt mit der Lösung eh irgendwie nicht drum rum. Noch dazu braucht 1080p sehr viel mehr Speicherplatz.

    Wäre interessant zu wissen, was man so mit eigenem Deinterlacing und Resize so rausholen kann.

  • Ja, der ProRes 4:2:2 ist ein guter Codec, ist eigentlich nur für den professionellen Bereich gedacht.

    Farbtiefe 10 Bit:
    Da bin ich mir nicht sicher, ob bei 10 Bit wirklich das Banding bei VHS besser ist. Man sollte bedenken, dass eine originale VHS-Aufnahme nur 8 Bit pro Farbkanal ausgibt. Ich weiß nicht, ob das nachträgliche darüber bügeln mit 10 Bit was bringt. Oder siehst du bei VHS wirklich einen Unterschied, ob das Banding besser ist?

    Ich meine bei den jpg-Bildern, die eine schlechte Qualität haben, sieht man nicht einmal ein 8 Bit-Banding. Selbst nicht bei einer Helligkeitskorrektur. Bei 10 Bit braucht man eine um 20% höhere Bitrate, die schon einen schnellen Rechner erfordert.

    Frage:
    Hast du schon einmal bei einer Kauf-DVD, mit einer guten Bildqualität, ein 8 Bit-Banding gesehen?

    Auf YT hochladen:
    Meiner Meinung nach ist das nicht richtig, denn bei einer höheren Bitrate, hat der Stream mehr MB, bei langen Videos können das sogar mehrere GB sein. Dank des H.265-Codec, wird aber das Video höher komprimiert.

    Ein SD-Video auf 2880 x 2160 Pixel hochskalieren würde ich trotzdem nicht. Da die HD-Auflösung eine höhere Bitrate erfortert. Ich würde auf eine bessere Skaliersoftware warten. SD wird auch für YT normalerweise immer als 720 (768) x 576p in 4:3 oder in 16:9 hochgeladen. Leider machen die amerikanschen Portale immer 640 x 480 Pixel daraus, was eine schlechtere Auflösung als PAL ist. Aber das ist bei den jungen Leute heutzutage normal, dass sofort hochskaliert wird.

    Ja, 1440x1080 Pixel sind normalerweise 4:3. Das ist mit quadratischen Pixel, und 16:9 ist mit rechteckigen Pixel.

    Auch ja, 10 Bit ist technisch besser, als 8 Bit. So sehe ich das auch. Auf den älteren Seiten von Blackmagic wurde der Unterschied von 8 Bit zu 10 Bit gezeigt. Leider hat BM die Bilder von seinen Seiten wieder entfernt. Ich habe genauer hingesehen, und sah, dass sogar 10 Bit noch ein leichtes Banding hatte.

    Das komplette Farbbanding ist erst sichtbar mit 12 Bit verschwunden. In der Werbeindustrie verwendet man daher 16 Bit. Leider sind 12 Bit für den Amateur nicht verfügbar. Das hat nur der HUFFyuv-Codec. Dieser bietet auch 16 Bit. Aber der Amateur kann diese Qualität nicht verarbeiten, da es keine günstige Software dafür gibt. Man könnte das nur mit AviSynth für einen Stream ausprobieren. Eine Blu-ray nimmt, glaube ich, diese Werte nicht an. Das ist nur für professionelle Hollywood-Technik gedacht.

    „Vermatschte Farben“:
    Diese kommen nicht von der Farbtiefe, sondern das Farbträgersignal bei VHS/Video8mm liegt nur bei 0,5 MHz. Betamax ist besser, da liegt das Signal bei 1,0 MHz. Am besten ist das Signal bei DV, hier liegt das Signal bei 1,5 MHz, was dem menschliche Auge entspricht.

    10 Bit:
    10 Bit liegen als Originalaufnahme vor, und wird auch in 10 Bit weiter verarbeitet. So sehe ich den Sinn darin.

    Ich habe dir meinen unterschiedlichen Schärfeeindruck von den beiden Rekordern geschrieben, so wie ich das sehe.

    Frage:
    Wie willst du das 8 Bit-Banding sehen, wenn du nicht einmal die unterschiedliche Bildschärfe zwischen FBAS- und Y/C, bei deinen zwei Rekordern siehst?

    Ich bin ja nicht gegen 10 Bit bei SD. Du kannst das auch mit DaVinci intern mit 10 Bit rendern, aber dazu bräuchtest du eine bessere Bildqualität bei VHS. VHS bügelt bei 8 Bit sowieso noch mit einer Unschärfe über die Bildqualität (4:2:0). Da wird man das 8 Bit-Banding kaum, oder gar nicht sehen. Mehr kann ich dir meiner Erfahrung nach, nicht schreiben. Wie du deine Filme bearbeitest ist nur deine persönliche Sache.

    Mehrere Generationen an VHS-Kopien, fallen ja heutzutage weg, da alles digitalisiert wird. Somit hat man eigentlich immer den ersten Stream. In ein paar Jahren gibt es sicherlich Software, mit der man beim Hochskalieren eine gute Bildqualität erreicht. Das kommt alles per KI. Einige gute Tools gibt es ja jetzt schon.

  • Oh nice Skatevideos. Ob das Upscaling nach 1080p sinnvoll ist, ist so eine Frage. Das macht dann der Panasonic DMR-EH495 oder wie sieht es da aus? Heißt der deinterlaced und upscaled dann nach 1080p. Ist das State of the Art? Welche Ergebnisse sind denn zu erwarten, wen man selbst mit BWDIF oder QTGMC deinterlaced? Ich denke mal, dass in Sachen Upscaling, Software-Resizer wie Lanczos oder Spline diese Hardwarelösungen mit Abstand übertreffen.

    Da mittlweile 4K TVs Standard sind, wird das die fertige 1080p-Aufnahme durch den Fernseher eh nochmal auf 2160p hochskaliert. Also man kommt mit der Lösung eh irgendwie nicht drum rum. Noch dazu braucht 1080p sehr viel mehr Speicherplatz.

    Wäre interessant zu wissen, was man so mit eigenem Deinterlacing und Resize so rausholen kann.

    Das Upscaling und Deinterlacing erfolgte hier im DMR-EH495, korrekt.
    Habe auch hier Vergleichs-Test mit nativem 576i-Recording gemacht und diese Aufnahmen in Resolve deinterlaced und auf 1080p hochskaliert und konnte keinen (gravierenden) Unterschied zum vom DMR hochskalierten Bild erkennen.

    Gibt bestimmt noch bessere Methoden für Deinterlacing/Upscaling.
    Aber ich möchte meinen Workflow nicht verkomplizieren und bei Resolve bleiben.


  • Hier mal ein Vergleich zwischen SD-Upload und UHD-Upload auf Youtube (Deinterlacing und Upscaling wieder via Resolve):
    Original SD Clip
    Hochskalierter Clip

    Das meine ich mit "Pixelmatsch"

  • Danke für die beiden Test-Videos. Den „Pixelmatsch“ musst du anders sehen. Das ist eigentlich kein Matsch, sondern bei SD-Material fehlt einfach die höhere Bildauflösung. SD hat leider nur 720 (768, 1024) x 576 Pixel, mehr geht nicht bei SD. Man darf aber SD mit HD nicht vergleichen, da HD ein ganz anderes Bildsignal ist.

    1080 hat die 4-fache Bildauflösung von SD, 4k horizontal mit 3840 Pixel, hat nochmals über die doppelte Bildschärfe. Für Leute heute, die 20- oder 25 Jahre sind, ist 4k normal. Diese hohen Bildauflösungen, gab es vor 30 Jahren ja nicht.

    An den Bäumen im Hintergrund sehe ich, dass der hochskalierte Clip ein schärferes Bild hat. Man sieht es auch allgemein. Und ich besitze nur einen 1080er Monitor. Ich sehe aber auch, dass das HD-Video vergrößert ist, gegenüber dem SD-Clip.

    YT:
    Komisch, dass man bei einem 1080er Stream auch 4k (2160 Pixel) auswählen kann.

    Ein besseres Ergebnis von Deinterlacing/Upscaling, erreicht man vermutlich mit AviSynth. Resolve kannst du selbstverständlich behalten. Avid und DaVinci sind die einzigen zwei Schnittsysteme mit einem Farbfinish. Alle anderen Schnittsysteme brauchen ein zusätzliches Plug-in. Damit kann man die Helligkeitston, Mittenton und Schattenton nochmals detailierter einstellen.

    Aber diese Korrekturen erfordern einige Erfahrung, die du vermutlich noch nicht hast. Wichtiger wären erst die Helligkeitseinstellungen 16-235. Deine Streams sind alle in 0-255. Es kommt darauf an, ob du dich für einen korrekt erstellten Stream interessierst, oder nicht. Ob du technischen Pfusch machen willst, musst du entscheiden, und nicht nur deinterlacen und hochskalieren. Alle diese Korrektionen dauern halt etwas länger, das ist alles. In 14 Tagen, kann man das natürlich nicht erlernen.

    RGB (0-255) kann man verwenden, wenn das originale Filmmaterial auch in RGB ist. SD-Video ist normalerweise immer in 16-235.

  • Wenn die Videos auf Youtube landen soll macht Upscaling natürlich Sinn. Youtube ist dafür bekannt, dass SD- und HD-Material durch deren interne Transcodierung zu stark komprimiert wird. Bei 1440p und höher sieht es da etwas besser aus. Das ist auch der Grund weshalb viele ihre Gamingvideos auf 1440p oder 2160p upscalen, obwohl sie nur in 1080p aufnehmen. Für Premium-User gibt es ja bei 1080p auch einen "enhanced bitrate" Modus.

    Richtig ist, dass sich die Auflösung von SD zu HD zu UHD stets verdoppelt hat. Die Anzahl der Pixel hat sich jedoch sogar vervierfacht. Daher 4K :)

    Ist das Youtube-Beispiel von Resolve deinterlaced worden? Welche Methode denn? Ich finde es sieht leicht nach KI (muss man wollen) aus. (wohl Resolve Neural Engine)

  • Habe bewusst nicht die Neural Engine von Resolve gewählt, sondern arbeite immer nur mit der Standard Deinterlace Version.
    Welcher Algorithmus dahinter steckt, weiß ich leider nicht.

    Man kann bei diesem YT Upload 2160px auswählen, weil ich den Clip wie gesagt in UHD hochgeladen habe.

    Gerne lasse ich mich von einem besseren Deinterlacing/Upsacling überzeugen.
    Falls jemand den Drive hat, ein besseres Ergebnis demonstrieren zu wollen, hier der Original-Clip:
    HiDrive

    Welcher übrigens vor dem Upload auf Youtube viel besser aussieht. Der Pixelmatsch entsteht wie gesagt erst durch den Upload. Zudem wird der Clip auch durch den Upload in 480p umgewandelt und die Halbbilder gehen verloren.
    Genau aus diesem Grund betreibe ich ja nur diesen ganzen Aufwand mit dem Deinterlacing und Upscaling.
    Sonst würde ich den Clip natürlich so lassen, wie er ist.

  • Habe mal drübergeschaut. Das Deinterlacing von Resolve ist überraschend gut. YADIF oder BWDIF haben keine Chance. QTGMC ist ähnlich gut aber die Lösung von Resolve erhält noch etwas mehr Detail. Ich mag, wie man an der Schwarze Hose leicht Grain sieht. Dafür fehlt nach meinem Geschmack etwas Anti-Aliasing. Ist das "High" Setting bei Resolve, richtig? Wäre interessant mehr darüber zu wissen. Ebenso der Vergleich, wie das Deinterlacing vom DMR-EH495 ist. Die Szene ist natürlich recht nah gefilmt und bietet allgemein eine gute Qualität, könnte sein das QTGMC bei anderen Szenen die Nase vorn hat aber wahrscheinlich nicht - wahrscheinlich lohnt die Mühe für den Vergleich erst gar nicht.

    Ich würde aber allerdings noch was mit den schwarzen Rändern machen, entweder croppen oder mit Schwarz auffüllen. Man könnte auch croppen und auf 2160p resizen. Die Algorithmen sind so gut, dass auch ungerades Upscaling kein Problem ist.

  • Ja, leider werden alle Videos von Google bei YT noch einmal komprimiert. Ab 1440 Pixel in vp9 und der Ton als Opus. Eine Qualitätsminderung könnte man vielleicht umgehen, wenn man mit diesen Einstellungen im Encoder komprimiert. Wenn das wirklich so ist, dann müsste sich auch die Hochladezeit merklich verringern. Das ist aber nur eine Vermutung.

    Das Upskalen sieht mir nach KI aus. Ich kenne so ein gutes Ergebnis bei SD-Video nicht. Das ist vermutlich nicht zu verbessern. Kein erhöhtes Bildrauschen oder Unschärfe. Nicht zu glauben. Resolve ist halt eine Studio-Software.

    Ich hatte einmal mit VDub 2010 einen Upskalversuch mit wirklich sehr guter DV-Qualität zu HD 1080i gemacht. Das Ergebnis war, dass das Bild völlig unscharf und vergrößert war. Seitdem war ein Upskaling für mich nicht akzeptabel. Scheinbar ist das seit dieser Zeit wesentlich weiter entwickelt worden. Was ich im Netz lese, wird das alles mit KI gemacht, sonst hätte man da keine Chance. Bei YT macht das wegen der besseren Bildauflösung Sinn, das sehe ich auch so. Aber KI wird jetzt weltweit zum Standard, das ist nicht mehr aufzuhalten.

    Es wird bei YT in 480p umgewandelt und die Halbbilder gehen verloren:
    Das kann technisch nicht sein, denn Halbbilder werden immer bei progressive zu Vollbilder gewandelt. Es sei denn, es wurde falsch gecaptured. Es wurde statt mit 576 Pixel, nur mit 288 Pixel aufgenommen. 288 Pixel wäre nur ein Halbbild. Da hatte ich bei YT auch einmal ein Video gesehen. Man sah bei den Bildern an den Bildkonturen sehr deutliche „Sägezähne“. So sehe ich das.

    Bei YT steht ja auch geschrieben, dass man einen Interlace-Stream vor dem Hochladen immer selbst deinterlacen soll.

    Farbraum für HD 709:
    Dieser Farbraum wurde erhöht, da HD mehr Kontrast und eine höhere Farbintensität hat. Bei echtem HD ist das so korrekt. Ich würde 709 aber trotzdem bei hochskalierten SD-Streams beibehalten, auch wenn der Bildkontrast und die Farbe nicht so stark wiedergegeben werden. Das SD-Video würde dann nur einen reduzierten Farbraum wahrnehmen. Qualitätsmäßig würde das, glaube ich, keinen sichtbaren Verlust bedeuten.

    Ungerade Pixel würde ich nicht croppen, denn dann verschieben sich die Bildproportionen.

  • Ich habe eben nochmal die verschiedenen Upscalings vom DMR-EH495 verglichen (SD vs 720p vs 1080p).
    Hier könnt ihr das Ergebnis sehen (sind die originalen Aufnahmen direkt aus dem Video Assist):
    HiDrive

  • Ohne Upscaling sieht es bis auf die zarten vertikalen Streifen am Besten aus. https://slow.pics/c/yCxQ5VcV

    Natürlich muss für ein Upscaling das Material ersteinmal durch den Deinterlacer, daher sind die Beispiele 720p/1080p .mov progressiv mit 50fps. Jedoch ist jeder Frame doppelt, allerdings auch nicht so richtig, denn das Bild bewegt sich zwar nicht weiter aber die Pixel ändern sich trotzdem. Ist das Material progressive und einfach nur interlaced encodiert (wovon ich jetzt bei einer TV-Film-Aufnahme ausgegangen bin), wie zum Beispiel oft bei Filmmaterial, wäre eigentlich nach dem Deinterlacen (mittels Bobbing) jedes Bild exakt doppelt. Ein Deinterlacing ist dann also gar nicht nötig.

    Ich weiß also nicht, was der Sender da Seltsames produziert hat. Habe da aber auch wenig Expertise.

  • Hallo zusammen,

    sorry, wenn ich in diesen Thread "quer einsteige", aber ich habe ein ähnliches Setup: Panasonic NV-HF860, Panansoic DMR-EH495, per HDMI an ein Blackmagic Intensity Shuttle (USB 3.0) (Aufnahme mit 4-2-2, 10 Bit).

    Mein Problem ist, dass in den digitalisierten Aufnahmen sichtbares (und in Resolve messbares) Clipping auftritt, welches ich nicht finde, wenn ich direkt aus dem VCR mittels S-Video-Eingang des Intensity Shuttle aufnehme.

    Kann das jemand bestätigen oder hat mein EH495 einen Defekt oder mache ich etwas falsch?

    Vielen Dank!

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