Ist der Output meines USB-Videograbber "interlace" oder "progressive" ?

  • Hallo zusammen


    Kurz: Mein Ziel: Digitalisierung meiner analogen Video 8 Bänder aus dem Jahr ca. 1987 mit einem USB-Videograbber.


    (Ja, ich weiss, dass die Qualität mit anderer Hardware viel besser ist. Aber die Qualität des USB-Videograbbers muss reichen. Ich habe nichts anderes, bzw. will mir nichts anderes zulegen. Bitte hier keine Diskussion zu diesem Thema.)


    Trotzdem möchte ich nicht unnötigerweise noch mehr Qualität "verschenken", sondern dass bisschen Qualität, das der USB-Videograbber bietet nicht unnötigerweise noch mehr verschlechtern durch unsachgemässes Vorgehen oder unsachgemässe Einstellungen.


    So hier kommt die Frage:


    Thema: Abtastmodus progressive/interlace


    Was der Abtastmodus ist, das müsst ihr mir nicht erklären. Darüber gibt es genug Informationen.

    Hier geht es auch nicht um die Frage, ob ich meine digitalisierten Videos "interlace" oder "progressive" machen soll.


    Sondern es geht um die Frage: Welchen Output liefert mein USB-Videograbber.



    Ich muss ja bei der Aufnahme der Daten, die aus dem USB-Videograbber kommen in der Software den Abtastmodus einstellen (progressive oder interlace):


    Was ist richtig? A, B, C oder D ?:

    A) Der USB-Videograbber bestimmt den Abtastmodus.

    Was Du in der Software einstellen musst, hängt davon ab, was der USB-Videograbber ausgibt.

    Wenn der Videograbber, der ja die Digitalisierung vornimmt, "progressive" ausgibt, dann musst Du in der Software "progressive" einstellen. Würdest Du hingegen "interlace" einstellen, wäre das kontraproduktiv, da dann 2x umgewandelt würde. (Zuerst der Videograbber von "interlace" nach "progressive" und dann von der Software wieder zurück von "interlace" nach "progressive".) Dies würde die schlechte Qualität des USB-Grabber unnötigerweise noch zusätzlich verschlechtern.


    B) Die Software bestimmt den Abtastmodus.

    Der USB-Videograbber wandelt den Abtastmodus nicht um. Er tastet ihn nicht an. Da der Videograbber vom Video-Kamera-Abspielgerät das Signal als "interlace" empfängt, gibt er also auch wieder "interlace" heraus. Die Software bestimmt dann, ob ein "progressives" oder "interlace" Video erzeugt wird. Das heisst, egal was man in der Software dann einstellt, es wird dann nicht 2x konvertiert, sondern entweder nur 1x oder gar nicht. Also "interlace" bleibt "interlace" oder wird 1x zu "progressive" umgewandelt, je nach Einstellung in der Software.


    C) Es hängt vom USB-Videograbber ab. Es gibt solche, die verhalten sich wie bei A) beschrieben und es gibt aber auch solche, die verhalten sich wie bei B) beschrieben.


    D) Anderes.



    Eine Antwort würde mich sehr interessieren.

    Vielen Dank.

  • Ich kenne nicht "alle"; aber die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Für C) spricht vor allem die Wahl des Codecs im Videograbber. Wenn er nur stärker komprimiertes Video liefert (z.B. MPEG-2), dann kannst du nur hoffen, dass die Firmware vernünftig ist – A) bei SD-Analog-Video wird "interlaced" als Standard angenommen – oder oder er B) per Software konfiguriert werden kann. Auch wenn er dann eigentlich komplett nicht empfehlenswert ist, wenn er nur das kann. Besser wäre, wenn er unkomprimiert UYVY oder YUY2 (YUV 4:2:2) liefern kann. Dann liegt es allein an der Software, die das aufgezeichnete Video weiter verarbeitet. Denn dann sind alle Videozeilen voneinander unabhängig. Und dann bestimmst du im Schnittprogramm, was du da aufgenommen hast.

  • Beitrag von Avauchem ()

    Dieser Beitrag wurde von LigH gelöscht ().
  • Danke für Deine Antwort.


    Ach so, der USB-Grabber enthält also einen Codec. Der gibt also nicht losless Daten heraus?

    Leider steht weder auf der Verpackung noch in der Anleitung, welchen Codec der USB-Video-Grabber ausgibt. Und ob er UYVY oder YUY2 ausgibt.


    1.

    Frage: Gibt es vielleicht ein Programm, mit dem man das herausfinden kann, das also die Grabber Hardware analysieren kann oder direkt die Daten, die er ausgibt?


    2. Die Software, die dabei ist (Hoenestech), sieht als Erstformat mpg (DVD genannt) vor. (OK. Dann gibt er vielleicht mpg2 aus ?)


    3. Ich habe mal einen Praxistest gemacht mit der Software Shotcut.

    Format: loseless UT Video; interlaced.

    Dann habe ich das Video auf dem PC mit VLC wiedergegeben. Zuerst mit "interlaced aus" "deinterlace aus" (Edit), dann mit "interlaced auto" "deinterlace automatisch" (Edit).

    Ich meine das hier:

    Ich hätte jetzt eigentlich erwartet, dass "interlaced aus" deinterlace aus" (Edit) bei schnellen Bewegungen einen Kamm hat. Allerdings sehen beide Abspielvarianten in VLC von Auge gleich aus, (sofern man das bei dieser schlechten Qualität überhaupt beurteilen kann). :-(

  • Das exakte Modell zu kennen wäre schon mal hilfreich, dann findet man sicher auch Dritt-Informationen darüber.


    VirtualDub hilft auch: Wenn der Capture-Modus ein Eingabegerät erkennt, kann er wahrscheinlich auch unkomprimiertes Video liefern. Erkennt VirtualDub keins, und ohne die beigelieferte Software kann man gar nichts aufnehmen (und mit ihr nur MPEG-2), dann ist da wohl ein simpler MPEG-2-Encoder drin, der die Datenrate auf USB-1.x-freundliche Bitraten mit max. 12 Mbps komprimiert (unkomprimiertes YUV hätte eine sehr viel höhere, aber schon USB 2.0 High Speed schafft theoretisch bis 480 Mbps; YUV 4:2:2 bräuchte ~165 Mbps).


    Der VLC schaltet zur Wiedergabe am PC-Monitor u.U. einen Deinterlacer dazu, wenn er typische Standard-SD-Videoformate erkennt; der ist kein sicheres Kriterium.

  • Danke LigH.

    Zitat

    Der VLC schaltet zur Wiedergabe am PC-Monitor u.U. einen Deinterlacer dazu, wenn er typische Standard-SD-Videoformate erkennt; der ist kein sicheres Kriterium.

    Da ich Post #4 aus dem Gedächtnis geschrieben habe, hat sich ein Fehler eingeschlichen. Ich habe das Post jetzt editiert und ergänzt. Bitte noch einmal lesen bezüglich VLC Praxistest.


    Das exakte Modell zu kennen wäre schon mal hilfreich, dann findet man sicher auch Dritt-Informationen darüber.

    Es ist dieser hier:

    https://www.pearl.ch/ch-a-PX8048-1241.shtml



    Zitat

    VirtualDub hilft auch

    Ich habe folgendes ausprobiert:

    VirtualDump:

    File->Capture AVI

    File->Set capture File

    Capture->Capture Video

    Capture->Stop Capture


    Ergebnis: Das Video wird aufgezeichnet.


    Zitat

    ..., aber schon USB 2.0 High Speed schafft theoretisch bis 480 Mbps; YUV 4:2:2 bräuchte ~165 Mbps).

    Der Grabber ist für USB 2.