(richtig) deinterlacen mit HandBrake

  • Hallo Zusammen,

    dies ist mein erster Post, deshalb bitte ich ein bisschen um Nachsicht.


    Aber nun zum Thema:

    Ich habe aktuell interlaced Vide-Material mit 25,000 FPS vorliegen (Anime), welches ich gerne mit HandBrake deinterlacen würde.

    Ich wüsste gern welche Einstellungen ich für mein Vorhaben am besten setzen sollte. Ich bin bei weitem kein Profi in diesem Thema, aber ich habe verstanden was Deinterlacing ist und weiß, dass der mitgelieferte Decomb, auf Grund des Alters, gegenüber dem Yadif nicht zu empfehlen ist. Aber welche Voreinstellungen setze ich bei dem Yadif? Default… Skip Spatial Check… Bob… QSV… oder doch Custom?


    Ich hoffe Jemand kann mich ein bisschen aufklären, ich bin derzeit dabei meinen Workflow zu verschriftlichen und würde dies gern so ausführlich wie möglich/nötig tun.


    Anbei eine MediaInfo der Quell-Datei:


    Btw… macht es Sinn das PAL-Format in ein Format mit quadratischen Pixeln umzukodieren?



    Danke im Voraus! 😊

    VG Mosh

  • Einen Deinterlacer verwendet man nur, wenn man eine natürliche, fortlaufende Bewegung hat. Bei Zeichentrick ist das nicht der Fall. Hier helfen also Deinterlacer, die über mehrere Halbbilder in der Umgebung nach gleichmäßigen Bewegungen suchen, um die Qualität zu verbessern, überhaupt nicht weiter. HandBrake wird wahrscheinlich keine Spezialfilter anbieten, die in der AviSynth-Szene für Anime und sonstigen Zeichentrick entwickelt wurden. Das beste hier ist möglicherweise ein ganz simpler Bobber.

  • Macht es vielleicht Sinn in diesem Fall die Anwendung zu wechseln?

    Gut möglich. HandBrake basiert auf ffmpeg und stellt nur wenige Funktionen zum Deinterlacen bereit. Andere Konverter, die auf AviSynth basieren, können sich durch Plugins und Skripte auch neue Funktionen aneignen. Allerdings kenne ich mich im Angebot von HandBrake nicht aus, das nutze ich selber nie.


    Was genau ist ein Bobber?

    Ein Bob-Deinterlacer wandelt jedes Halbbild in ein Vollbild um. Dabei werden also alle geradzahligen Linien und alle ungeradzahligen Linien eines vorherigen Einzelbildes entsprechend ihrer zeitlichen Abfolge getrennt und durch Zwischenwertberechnung aufgefüllt. Dabei wird auch ein wenig der Höhenunterschied der beiden Halbbilder ausgeglichen. (engl. "bobbing" ~ Kopfnicken beim Laufen)


    Bei echtem Interlaced-Video wird eine flüssige, fortlaufende Bewegung zeitlich nacheinander abwechselnd mit oberen und unterem Halbbild aufgezeichnet. Zeichentrick dagegen hat ein anderes zeitliches Verhalten, hier enthalten mehrere Halbbilder nacheinander im Grunde Inhalt vom selben Zeitpunkt, und dann gibt es zum nächsten Halbbild plötzlich einen starken Zeitsprung.


    Smarte Deinterlacer versuchen, die zeitliche Abfolge mehrerer aufeinander folgender Halbbilder zu nutzen, um Bewegungen zu erkennen und die zeitliche Verschiebung zurückzurechnen (Motion Compensation), um die aufgefüllten fehlenden Zeilen jedes Halbbildes mit zusätzlichen Informationen aus vorherigen und zukünftigen Bildinformationen zu verbessern. Das klappt aber nur bei gleichmäßiger Bewegung. Zeichentrick hat aber eine extrem ungleichmäßige Bewegung, hier würde ein smarter Deinterlacer die Zwischenwerte falsch berechnen und Geisterartefakte erzeugen. Hierfür braucht man also genau die gegenteilige Lösung: Übernahme von Informationen nur aus Bereichen ohne Änderungen.


    Hab ein wenig Geduld, hier kommen sicher noch Vorschläge von Leuten mit mehr praktischer Erfahrung in diesem Bereich.

  • Hey LigH,

    leider bin ich mit meinem Problem noch nicht weiter gekommen...
    Irgendwie finde ich im Netz auch kaum wirklich Hilfe, hast Du vielleicht einen Tipp wo ich mehr Infos zum diesem Thema her bekomme?

    Einiges an Quellmaterial habe ich mittlerweile als progressiv vorliegen, aber noch sehr vieles als interlaced.

    VG