Einfaches komfortables Schnittprogramm gesucht ...

  • Einen schönen Sonntag wünsche ich.


    Ich habe mit meinem DV-Camcorder (auf dem Stativ) mehrere lange Aufnahmen gemacht. Und zwar aus technischen Gründen über den S-Video-OUT (ca. 5m Kabel) in den PC (TV-Karte SAA7134). Das Ganze lief timergesteuert mehrmals über 4 Stunden. Als Codec habe ich den "ffdshow beta 4 - MJPEG Q=1" verwendet. Soweit so gut.


    1. Kann man eigentlich ohne weiteres ein 5m DV-Kabel (IEEE/Firewire) verwenden ? Habe mal gelesen, alles was über 2m lang ist wäre problematisch.


    2. Nun kann ich ja die Capturefiles mit einiger Mühe schneiden/bearbeiten mit Avisynth und VirtualDub. Aber gibt es da keine komfortablere Lösung ?


    Die Aufnahmen beinhalten viele kurze Szenen von verschiedenen Vögeln. Die möchte ich nun rausschneiden und mit einer einfachen Überblendung aneinanderfügen. Gibt es dafür etwas komfortableres als die AviSynth/Vdub-Lösung ?


    Gruß Gunnar


  • Zu 1: Wir haben hier 10m Firewire-Kabel ohne Probleme im Einsatz.
    Zu 2: Im einfachsten Fall: Windows MovieMaker, ansonsten ein Schnittprogramm (NLE- nonlinear Editor) deiner Wahl...


    Ulead
    Magix
    Sony Vegas
    Canopus
    EditStudio
    ...


    BJ1

  • Falls es doch per Avisynth aber ohne VDub sein darf: Hast du schon mal AvsP zum Schneiden ausprobiert? Ist m.E. sehr komfortabel, du kannst direkt per Tastendruck Anfangs/Endframe der Szene markieren, den fertigen, Schnitt-markierten Film per Knopfdruck als Trim-Kette ins Script einfügen und dann per STRG-H (Ersetzen) aus den "++" Verkettungen "," machen, und hast auf die Weise ohne viel Theater eine "dissolve"- überblendete Szenenreihe erstellt. Ich für meinen Teil finde auch ein kostenpflichtiges Schnitt-Tool keineswegs einfacher für derartige Aufgaben. Oder ist es wichtig, die Reihenfolge der Szenen umzugestalten? Dann natürlich... Taugt der Vorschlag nicht so viel...

  • ... Als Codec habe ich den "ffdshow beta 4 - MJPEG Q=1" verwendet. Soweit so gut.

    Der Codec sagt mir jetzt nichts...:redface:

    ...
    2. Nun kann ich ja die Capturefiles mit einiger Mühe schneiden/bearbeiten mit Avisynth und VirtualDub. Aber gibt es da keine komfortablere Lösung ?


    Die Aufnahmen beinhalten viele kurze Szenen von verschiedenen Vögeln. Die möchte ich nun rausschneiden und mit einer einfachen Überblendung aneinanderfügen. Gibt es dafür etwas komfortableres als die AviSynth/Vdub-Lösung ?


    Gruß Gunnar

    Aber zum schneiden benutze ich den "Womble MPEG Video Wizard"(Link siehe meine Sig.).
    Mit dem kannst Du "im Affenzahn" durch dein Video scrollen und bildgenau! schneiden. Wenn das Material schon im Mpeg2-Format vorliegt, wird auch nicht neu encodiert (höchstens die Schnittstellen und eventuelle Überblend-Effekte).
    So kannst Du in kürzester Zeit Dein Material sichten und schneiden.
    Probiers mal aus. Unter u.a. Link bekommst Du eine 30-Tage-lauffähige Vollversion.

  • @ Gunnar


    Zu Deinem Kabel-Längenproblem noch dies:


    Die Länge des Verbindungskabels hängt sehr stark davon ab, ob das Impedanzniveau eingehalten wird. Weicht die Impedanz in der Kette


    > Ausgangsimpedanz - Kabel - Eingangsimpedanz <


    von den verlangten 75 Ohm ab, dann entstehen im Kabel "stehende Wellen", die sich als Geisterbilder an scharfen vertikalen Kanten bemerkbar machen. Insbesonders der Y-Kanal hat ein Frequenzspektrum bis über 5 MHz.


    Der sog. Verkürzungsfaktor von Koaxkabeln liegt bei 5MHz zwischen 0,66 bis 0,72.


    Es gibt eine kritische Kabel-Länge, die liegt bei Lambda/Viertel mal Verkürzungsfaktor => z.B. 5 MHz => ca 59 Meter Wellenlänge


    Kritische Länge für 5MHz = 59m/4 x 0,66 => ca 9,7 m.


    Weitere kritische Längen treten auf bei 3/4 Lambda x V, 5/4 Lambda x V usw.


    Bei diesen Längen wirkt das Kabel als "Leitungstransformator" und transformiert vom 75 Ohm Wellenwiderstand abweichende Werte extrem stark auf das Leitungsende. Dort wird das HF-Signal reflektiert (weil jetzt fehlangepaßt), läuft zurück zur Quelle, wird dort wieder reflektiert, schwächt sich dabei etwas ab, wird wieder reflektiert usw.
    Das bedeutet, daß jede Reflektion zeitversetzt am Ziel ankommt und da Fernsehen zeitbasiert abläuft, erscheinen die verzögerten Signale rechts vom Ursprungsereignis auf dem Bildschirm (Nachgeister). Das sieht dann auf den ersten Blick so aus, als würden Überschwinger (klingeln, ringing) dem Bild zugesetzt werden, es sind aber keine Überschwinger sondern zeitversetzt
    einlaufende Signale.


    Billige S-Video-Kabel halten erfahrungsgemäß den Wellenwiderstand von 75 Ohm nicht genau ein (PVC-Isolierung). Deshalb gilt hier, daß man einen Sicherheitsabstand von ca 0,33 x Lk einhalten sollte => Max Länge = ca 10m x 0,66 => ca 6,6 m.
    Man muß sich im Klaren darüber sein, daß jede im Videospektrum auftretende Einzelfrequenz ihre eigene kritische Länge hat. Dabei gilt: je höher die Einzelfrequenz desto näher rückt der kritische Punkt an die Quelle heran.
    Außerdem sind die Einzelfrequenzen objektabhängig. Tastet die Kamera den blauen Himmel ab, so ergibt das keine hochfrequenten Einzelsignale. Wird der gleiche Himmel durch eine Gardine gefilmt, dann verurscht das Gardinenraster
    ein hochfrequentes Spektrum, speziel im Y-Kanal. Jede vertikale Kante erhält dann u.U. ihren eigenen "Nachgeist" ...


    Wenn man ein gutes, aber preiswertes 75Ohm Kabel benötigt, dann kann man auch auf Koaxkabel für Satellitenanlagen mit geschäumtem PE-Dielektrikum zurück greifen, Kosten: ca. 1,0 bis 2,0 Euro pro Meter. Das ist zwar dicker als Videokabel, dafür hält es aber den Wellenwiderstand genauer ein.
    Damit ist die Geistergefahr aber noch nicht gebannt. Um geringstmögliche Reflexionen zu gewährleisten, müssen sowohl die Ausgangsimpedanz (Za) der Quelle (Kamera) als auch der Eingangswiderstand (Ze) des Ziels (z.B. Capturekarte) möglichst gut an die Impedanz des Kabels angepaßt sein.


    Jenseits der kritischen Länge treten übrigens noch weitere Schmutzeffekte auf ... z.B. lassen sich die Farben RGB nicht mehr einwandfrei wiederherstellen, da diese durch eine Matrix aus den Augenblickswerten des Y- und C-Signals generiert werden. Folge: Die Geister werden dann auch noch bunt ...:D



    :winken:


    SixdeeBee

  • Danke bigotti5


    Nachtrag:
    Hab vergessen zu updaten.
    Die Letzte ist nun vom 11.Jan.2008


    Mein Build ist von Dezember 2007. Weder mit Canopus-DV/HQ - AVIs noch mit MJPEG arbeitet der "Womble MPEG Video Wizard" bei mir vernünftig. Die Dateien lassen sich zwar auf die Timeline ziehen, aber das war es schon. Dann folgt ein Hänger und nix geht mehr. Das Programm muß ich dann mit dem Taskmanager killen.


    SixdeeBee


    Sehr informativ ... Probleme mit den Kabellängen habe ich ja erwartet. Beim S-Videokabel (8m) fing das schon an das meine TV-Karte nicht richtig abstimmte und sw wiedergab. Erst das Hin und Herschalten der Eingangsquelle brachte Erfolg. Für eine timergesteuerte Aufnahme ist das aber untauglich. Ich werde mal mit einem längeren "DV-Kabel" einige Tests machen.


    Schneiden würde ich ja gerne mit meinem Edius 3.61 (DV/HQ). Allerdings handelt es sich bei meinem Schnittvorhaben um einen anderen Rechner. Da wäre mir eine zusätzliche Version zu teuer.


    Gruß Gunnar

  • Eine Längenbegrenzung von Kabeln basiert immer auf den gleichen "Schmutzeffekten", egal ob das transportierte Signal ein analoges oder ein digitales Signal ist. :(
    Rückflußdämpfung, Gruppenlaufzeitverzerrungen, frequenzabhängige Dämpfung, Kammfiltereffekt bei Fehlanpassungen usw. haben auf digitale Signale die gleiche Wirkung wie in der analogen Welt.


    Unterschied: In der analogen Welt verhalten sich die Effekte eben auch analog, d.h. die Geisterbildung beginnt schleichend und steigt mit länger werdendem Kabel stetig an, während in der binären Welt keine auf dem Bildschirm sichtbaren Geister erscheinen werden.
    Die hängen sich stattdessen an die an- und abfallenden Flanken der Rechtecksignale dran, verbreitern die 1- und verschmälern die 0-Zustände so lange, bis ab einer bestimmten Kabellänge die Verbindung abrupt abreißt


    Mit einer FireWire Verbindung sind 20 m-Verbindungen normalerweise möglich. Es entsteht dabei aber die Gefahr, daß die Verbindung während des Betriebs "ausgeblasen" wird (wie eine Kerze :().


    Ein Übertragungsstandard ist z.B. 400MBits/s. Um die Signale rechteckförmig zu erhalten, muß die Bandbreite aber viel größer als 400 MHz sein, es handelt sich dabei also um ein Breitband-Übertragungssystem.
    Dabei besteht die Gefahr, das äußere elektromagnetische Störungen über das Kabel an den FireWire-Eingang gelangen und intern dann die Parity-Prüfung durcheinander bringen. Dann stopt die FireWire-Karte den Datenempfang und Windows meldet ein fehlendes Gerät.


    Jeder Kontakt-Funken in einem Schalter kann dies bereits auslösen, insbesonders dann, wenn induktive Lasten (Kühlschrank !) ausgeschaltet werden.


    Letztendlich wirkt das lange DV-Kabel wie eine Kurzwellen-Empfangsantenne. Übersteigt die von außen einwirkende elektromagnetische Feldstärke einen kritischen Schwellwert, bricht die Datenübertragung zusammen und verbleibt in diesem Zustand. (=> daher der Begriff "ausblasen") ... Das bedeutet aber, daß eine DV-Verbindung u.U. nicht sicher genug sein kann.


    Eine relativ sichere Breitband-Verbindung über große Entfernungen ist halt nur optisch (Glasfaserkabel) zu erreichen (die ist aber auch nicht "Spatensicher" :ani_lol:) . Die des öfteren angebotenen Funkübertragungssysteme arbeiten meines Wissens im unteren Preissegment nur mit FBAS. Damit ist die erreichte Qualität wohl nicht ausreichend.


    :winken:


    SixdeeBee