Welches Medium zum dauerhaften Archivieren?

  • Ich habe eine größere Sammlung an Videos, die ich gerne geschützt dauerhaft archivieren möchte, zumal es sich bei vielen um nur sehr schwierig wiederzubeschaffende Videos handelt.


    Naheliegend ist natürlich einfach auf DVD zu brennen. Allerdings sollen die ja auch nicht ewig halten, wenn auch wohl niemand weiß wie lange nun eigentlich genau.


    Andererseits gibt es mittlerweile externe Festplatten sehr günstig. Ein 100er-Pack guter DVD-Rohlinge kostet 30€, für nur 40€ mehr bekomme ich die gleiche Menge an GB als externe HDD. Mit viel geringerem Aufwand für die Archivierung.


    Könnte ich mir also einfach 2*500GB externe Platten kaufen und die dann jahrelang unbenutzt lagern? Oder geht eine Festplatte auch wenn sie nicht läuft irgendwann kaputt, bzw verliert die Daten?

  • Fuer ne "Ewigkeit" kommen eigentlich nur Bandlaufwerke in frage.
    Dann wird es allerdings auch teuer.
    Ansonsten wuerde ich nach Festplatten ausschau halten die fuer die Langzeit Daten konservierung von den Herstellern explizit entwickelt wurden.

  • Könnte ich mir also einfach 2*500GB externe Platten kaufen und die dann jahrelang unbenutzt lagern? Oder geht eine Festplatte auch wenn sie nicht läuft irgendwann kaputt, bzw verliert die Daten?


    Die Festplatte kann auch bei Nichtbenutzung defekt werden. Ich habe irgendwo gelesen, dass man sie schon hin und wieder (alle paar Monate) auch mal benutze sollte. Zudem sollte man auch hin und wieder prüfen, ob noch alle Daten intakt sind.


    DVDs gefallen mir mittlerweile für wichtige Daten nicht mehr wirklich. Die Alterung fängt üblicherweise am Rand an, also selbst mit Sicherheitskopie ist man nicht unbedingt auf der sicheren Seite. Programme wie dvdisaster könnten da vielleicht noch was retten, aber das braucht wieder zusätzlichen Archivplatz, der am Schluss ebenso gesichert werden müsste. Im Defektfall würde es außerdem jede Menge Zeit kosten, die Daten wiederherzustellen. Außerdem sind DVDs nur einmal beschreibbar, für den Fall dass man ein paar Daten doch wieder löschen will... Zusätzlich brauchen sie mittlerweile im Vergleich zu Festplatten sehr viel Platz... man stelle sich eine 1,5 TB Festplatte und dagegen mehr als 300 DVD-Rohlinge vor.


    Bandlaufwerke wären zwar schön, ich hab sogar ein altes herumliegen, aber aktuelle Modelle mit ordentlicher Geschwindigkeit und praktikabler Mediengröße gehen doch ordentlich ins Geld. Dafür kann man sich schon mehrfach redundante Backup-Server, mit mehreren TB und noch im Raid-Verbund gönnen.


    Im Moment versuche ich, meine alten Festplatten durch neue zu ersetzen. Die 200/250 GB-Modelle gehen bei Ebay auch gebraucht meist über dem Preis/GB für neue, größere Modelle weg. Da kann ich meinen Daten mal eine Frischzellenkur gönnen. Werde das vermutlich als 2 Platten (Original+Sicherung) organisieren. Raid 1 bringt für Archive, die nicht ständig im PC gebraucht werden, meines Erachtens nicht viel. Die Gefahr, dass mit dem Raid was schief läuft und die Daten gekillt werden, ist da größer als der Nutzen. 2 x Raid 5 (Original + Sicherung) wäre vielleicht noch sicherer, aber das lohnt sich dann doch erst ab mindestens 4 oder 5 Terrabyte (mind. 3 Platten) und mehr. Soweit bin ich noch nicht ;D
    Günstig und sicher funktioniert wohl im Moment nur durch gelegentliches Kopieren der Daten auf neue Medien. Wenn man für die alten Datenträger dann noch Geld bekommt, umso besser.

  • @ thomasp:


    Tera-Byte hat nichts mit der Erde (Terra) zu tun.


    @ Andreas Blöchl:


    "intakt" ist nicht "im Takt".
    __


    In der c't 16 gab es einen Artikel über geeignete Archivierungsmedien. Die hab ich z.Z. leider nicht bei mir...


    Ich glaube, mir privat würde die Sicherheit einer selten benutzten und schonend gelagerten externen Harddisk völlig ausreichen. Wenn die Platten mal nicht mehr lesbar sind, interessiert mich der Inhalt wohl auch schon nicht mehr. Gebrannte DVDs geben schon wesentlich eher auf.

  • Du nimmst es aber wieder genau. Ich denke wir beide und alle anderen wissen was ich wissen möchte.:D

    Na ja, so ganz sehe ich das nicht wie du. Ich z.B. will meine Homevideos schon noch schauen wenn die Platte längst den Arsch hoch gemacht hat.

  • Zitat

    Wenn die Platten mal nicht mehr lesbar sind, interessiert mich der Inhalt wohl auch schon nicht mehr.


    das hat was :ani_lol:


    Zitat

    will meine Homevideos schon noch schauen wenn die Platte längst den Arsch hoch gemacht hat.


    Hi Andreas
    Wir sind hier in einem anständigen Forum...da schreibt man "verlängertes Rückenteil" ..nicht A....:so-nicht: ts..ts...:D


    Hier wird auf Wunsch auf grosse DV Bänder,DVD-RAM wie auch auf Festplatten gesichert.

    Datenrettungen Normwandlungen Restaurierungen Digitalisierungen

  • Magnetbändern steh ich ein wenig skeptisch gegenüber: Hohe Sorgfaltspflicht (bloß nicht knicken); Anfälligkeit gegen Sonnenstürme (nicht lachen, die nehmen derzeit zu); Zuverlässigkeit der Lesegeräte, und deren mechanische Berührung beim Auslesen der Bänder als Risiko.


    Jedes System hat seine Schwächen. Mal sehen, wie es mal um den Holografie-Tesafilm stehen wird...

  • Zitat von LigH

    Jedes System hat seine Schwächen. Mal sehen, wie es mal um den Holografie-Tesafilm stehen wird...

    Da denke ich genau so. Obwohl.., ich habe hier z.B. Tonbänder (AGFA 18cm), die ich in den 70er Jahren bespielt habe, (19cm/sek) und die Dinger klingen noch genau so klar, wie am ersten Tag. :ja:


    Ich kann natürlich nicht sagen, wie sich unter gleichen Umständen etwa Video-Daten auf Aufzeichnungs-Bändern verhalten hätten/würden. Soweit mir bekannt ist, benutzen einige Fernsehanstalten allerdings immer noch die MAZ als Konservierungs-Medium. Oder hab ich da was verschlafen? :hm:


    Ähh.., was sagtest du noch mal, LigH-Spezi..? Wie viel TB an Daten gingen/passten noch mal auf eine ganz normale Tesa-Film-Rolle..? :cool:


    Gruß, Rudi

    ...Alter schützt vor´m Computer nicht!......


    Aber manche Greise sind doch noch weise!!

  • Was mich interessieren würde, wie prüfst du denn ob noch alle Daten in Takt sind auf der Platte.


    Ich "mißbrauche" dazu Tools, die auch im Newsgroup-Bereich für größere Dateien verwendet werden, also Programme wie Quickpar oder Quicksfv.
    Dort gibt es die Möglichkeit über CRC-Prüfsummen und Dateigröße festzustellen, ob die Datei in Ordnung oder beschädigt ist. Wenn man mehr als nur eine Überprüfung will, kann man auch noch Parity-Dateien für die Reparatur erstellen.


    Bringt natürlich nur für Archive was, in denen sich die Dateien nicht ständig ändern. Für die einzelne Dateien fühle ich mich damit schon recht sicher. Bei Festplatten macht mir eher sorgen, dass die Elektronik oder Mechanik ausfällt und es überhaupt keinen Zugriff mehr auf die Daten gibt, also ein Zweitmedium können auch die Parity-Dateien nicht ersetzen.

  • Ich verstehe das nicht ganz. Wenn ich mir die komplette Platte anzeigen lasse so werden ja die Daten bzw. alle Ordner ausgelesen. Auch beim defragmentieren wird ausgelesen und neu angeordnet falls nötig. Das reicht ja in meinen Augen aus, oder nicht?

  • Mit Tools zum Defragmentieren habe ich mich noch nicht so intensiv auseinander gesetzt.


    Rein von den Aufgaben, die das Defragmentieren hauptsächlich unterstützt (gibt ja verschiedene Tools dazu), würde ich die Fehlererkennung bzw. -korrektur hier eher auf Hardware- oder Dateisystemebene suchen. Wenn also ein Sektor defekt ist oder eine Dateizuordnung fehlerhaft ist, dann würde das beim Defragmentieren erkannt werden.


    Die Tools die ich verwende, prüfen die Dateien eher auf Inhaltsebene. Dabei werden auch Veränderungen oder Löschen von Dateien erkannt. Zumindest bei Downloads oder fehlerhaften Kopiervorgängen im Netzwerk, können unter Umständen Dateien defekt gespeichert werden. In der Datei steht dann nur Müll oder sie ist unvollständig, sie wäre aber für das Dateisystem und damit beim Defragmentieren noch eine gültige Datei.
    Ob sowas bei der langfristigen Lagerung überhaupt auftreten kann, dass sich der Inhalt verändert und die Datei trotzdem im Dateisystem gültig bleibt, weiß ich allerdings nicht. Es hilft aber beim Kopieren zu überprüfen, ob das Richtige archiviert wurde.


    Zumindest mit den Parity-Dateien hat man aber noch eine zusätzliche Reparaturmöglichkeit. Ob das bei einer 2. Kopie unbedingt notwendig ist (braucht immerhin beides Speicherplatz), ist natürlich Ansichtssache. Gegen alle möglichen Risiken kann man sowieso nicht vorsorgen.

  • Alles klar ich denke wenn ich beide Sicherungen mit z.B. BeyondCompare schnell auf identität prüfen lassen (nicht Bit für Bit) würde der Fehler bestimmt erkannt werden. Ich hoffe mal das beide Sicherungen in meinem Fall zwei ext. Platten bestimmt nicht den gleichen Fehler aufweisen und auch bestimmt nicht gleichzeit kaputt gehen werden.

  • In der c't 16 gab es einen Artikel über geeignete Archivierungsmedien. Die hab ich z.Z. leider nicht bei mir...


    Kurzes Fazit: Bei guter Lagerung ist (fast) jedes Medium geeignet.


    DVDs mögen es dunkel und nicht zu warm. Gute Qualität der Rohlinge und Brenner vorausgesetzt, halten die Daten auch einige Jahre. Alle 1-2 Jahre prüfen gibt zusätzliche Sicherheit.


    HDDs vor allem erschütterungsarm Lagern und ebenfalls alle 1-2 Jahre prüfen, v.a. damit sie nicht "einrosten".


    Ich denke es ist eher eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Art der Daten. Meine Filmsammlung reicht mir auch auf HDD zu sichern. Kippt dort ein Bit um, ist das zwar unschön, aber kein Weltuntergang. Persönlich Dokumente, Zertifikate sichere ich auf DVD (da diese nicht veränderbar ist) und neben HDD auch auf Flash (einfacher USB-Stick, für alle Fälle).


    Wichtig neben dem Medium ist vor allem der Ort des Backups. Wenn - Worst Case - die Wohnung unter Wasser steht oder das Haus abbrennt, nützt auch keine Backup-Festplatte, die neben dem PC lag. Die wichtigsten Daten bei einem vertrauensvollen Freund aufbewahren eine bessere Alternative (und es gibt ja auch noch Verschlüsselung ;) )